“Mit dem Teufel im Bunde” Zauberglaube und Hexenprozesse

Unser Podi­ums­gast Peter Gbi­orczyk war nach dem Stu­dium der Ev. Theo­lo­gie Stadt­ju­gend­pfar­rer in Marburg/Lahn, Gemein­de­pfar­rer in Bue­nos Aires (Argen­ti­nien) und von 1989 bis zum Ein­tritt in den Ruhe­stand Dekan des Kir­chen­krei­ses Hanau-Land. Er hat eine umfas­sende Stu­die zur The­ma­tik des Podi­ums­ge­sprächs erarbeitet.

Seit Mitte des 15. Jahr­hun­derts sind in Europa min­des­tens 40.000 Men­schen, zu acht­zig Pro­zent Frauen, der ver­meint­li­chen Hexe­rei ver­däch­tigt, vor welt­li­chen Gerich­ten ange­klagt, durch Fol­ter zu Geständ­nis­sen gebracht und nach Todes­ur­tei­len ver­brannt, geköpft oder ertränkt wor­den. Es waren die Zei­ten der Pest, von Krie­gen oder auch des Kli­ma­wan­dels (kleine Eis­zeit). Die ver­reg­ne­ten Som­mer führ­ten zu Ern­te­aus­fall und so zu all­ge­mei­nem Elend.  Als Ursa­che ver­mu­tete man Zau­be­rei, durch die die Gesund­heit von Mensch und Tier geschä­digt und auch das Wet­ter beein­flusst wor­den sei. 

Ver­däch­tigt mit dem Teu­fel im Bunde zu ste­hen, wur­den Men­schen bei der Obrig­keit ange­zeigt — vor allem von Nach­barn, von der Fami­lie oder auch von der „gan­zen Gemeinde“. Kirch­li­che Gre­mien such­ten nach dem Vor­kom­men von Got­tes­läs­te­run­gen, fal­schen Segens­sprü­chen oder Glo­cken­ge­läut gegen Unwet­ter; das galt als Aberglaube.

Gbi­orczyk wird aus­führ­lich aus Ver­hör­pro­to­kol­len und Pro­zess­ak­ten der Gerichte zitie­ren. Er gibt dabei aber auch tie­fere Ein­bli­cke in ein­zelne Schick­sale. Er beschreibt die Pra­xis der welt­li­chen Obrig­keit und der Kir­che, die beide an Ver­füh­run­gen durch den Teu­fel und an die Not­wen­dig­keit der Todes­strafe für ver­meint­li­che Ver­ur­sa­cher des Unglücks glaubten.

Rezen­sion des Buches “Zau­ber­glaube und Hexen­pro­zesse in der Graf­schaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahr­hun­dert” von Peter Gbi­orczyk in der FAZ vom 15. Novem­ber 2021

Livesendung mit Grundschulkindern bei RadioX zum Thema: Krieg und Flucht

Am Bei­spiel: Ukraine, Iran und Afghanistan

Im Stu­dio von RadioX: Kurz bevor die Sen­dung star­tet: Der Ton­tech­ni­ker Leon, die Kin­der (v.l.n.r.) Malak, Hiba, Sara und rechts Cor­ne­lia Rüh­lig, Mar­git Hor­váth Stif­tung, 27. Mai 2022

Ange­regt durch eine Aus­schrei­bung des Frank­fur­ter Kin­der­bü­ros über­leg­ten wir, in wel­cher Form wir uns mit Grund­schul­kin­dern des Kin­der­hau­ses Gries­heim mit die­ser The­ma­tik beschäf­ti­gen könn­ten. Rasch war klar, dass wir den Kin­dern Gesprä­che mit Betrof­fe­nen, mög­lichst jün­ge­ren Flücht­lin­gen bzw. Asy­lan­ten ermög­lich woll­ten und dass diese selbst­ver­ständ­lich vor– und nach­be­rei­tet wer­den müss­ten. Die Aus­schrei­bung des Kin­der­bü­ros zielte dar­auf ab, aus der UN-Kinderrechtskonvention den Kin­dern die Arti­kel zu ver­mit­teln, die sich auf Krieg und Flucht bezie­hen (§ 22 und 38).

Alle Gesprächspartner*innen baten wir, nicht nur vom Grauen des Krie­ges und den Schwie­rig­kei­ten der Flucht zu erzäh­len, son­dern zugleich auch über die Schön­hei­ten des Hei­mat­lan­des zu spre­chen, typi­sche Spei­sen mit­zu­brin­gen und auch ein Lied, das für sie beson­ders wich­tig ist. Mit ein­drucks­vol­lem Inter­esse und Auf­merk­sam­keit nah­men die Kin­der die Schil­de­run­gen unse­rer Gäste auf. Kein Detail ent­ging ihnen.

Und als wir schließ­lich am 27. Mai 2022 ins Stu­dio von RadioX gin­gen um eine Live­sen­dung zu pro­du­zie­ren, war es für die Kin­der kei­ner­lei Schwie­rig­keit über diese The­men frei zu spre­chen und auch auf alle Fra­gen spon­tan zu ant­wor­ten. Dazwi­schen wur­den zahl­rei­che Aus­schnitte aus unse­ren Gesprä­chen mit Josef aus der Ukraine, der jun­gen Ira­ne­rin Maria und Fatima aus Afgha­nis­tan sowie deren Lieb­lings­lie­der eingespielt.

Doch hören Sie selbst. Die drei Grund­schü­le­rin­nen, die alle aus einer tra­di­tio­nell marok­ka­ni­schen Fami­lie stam­men, sind glei­cher­ma­ßen erfri­schend und frag­los auch zutiefst beeindruckend:

Thema: Krieg und Flucht, eine Radio­sen­dung mit Grund­schul­kin­dern bei RadioX, 27. Mai 2022 15 bis 16 Uhr.

Die neue Rechte und ihr Bezug zum Nationalsozialismus

Oberstufenschüler*innen im Gespräch mit Kat­rin Himmler

Oberstufenschüler*innen der Ricarda Huch Schule Drei­eich dis­ku­tie­ren mit Kat­rin Himm­ler, Groß­nichte des ehem. Reichs­füh­rers der SS Hein­rich Himmler

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Seit vie­len Jah­ren arbei­tet die Mar­git Hor­váth Stif­tung eng mit der Ricarda Huch Schule Drei­eich zusam­men. 2015 haben wir fol­ge­rich­tig unter­ein­an­der einen Koope­ra­ti­ons­ver­trag geschlossen.

Die­ses Mal hat Myriam And­res, Geschichts­leh­re­rin die­ser Schule und inzwi­schen auch Mit­glied unse­res Vor­stan­des, mit ihren Schüler*innen den Besuch von Kat­rin Himm­ler inten­siv vor­be­rei­tet durch Lek­türe zahl­rei­cher Texte: Bücher von K. Himm­ler, u.a. Reden A. Hit­lers sowie zahl­rei­che Auf­sätze zur “Neuen Rechten”.

Am 24. Mai waren sie abends ab 18 Uhr bei uns im Hor­váth Zen­trum zu Gast. Ein­gangs refe­rierte Frau Himm­ler mit­hilfe einer Power Point Prä­sen­ta­tion zur aktu­el­len Situa­tion der Neuen Rech­ten. Im Anschluss stell­ten die Oberstufenschüler*innen zahl­rei­che Fra­gen, wobei in die­sem Teil der Ver­an­stal­tung das Inter­esse an ihrer Fami­li­en­bio­gra­phie doch deut­lich über­wog. Da gab es viele, viele Fra­gen, was diese fami­liäre Ver­gan­gen­heit heute für sie bedeu­tet und wie sich dies durch ihre eigene his­to­ri­sche Auf­ar­bei­tung veränderte.

Auf dem Podium; Die Oberstufenschüler*in Patri­zia Falk, Jos­hua Hering und Tobias Wal­ter im Gespräch mit Kat­rin Himmler.

Die Woche der Meinungsfreiheit: 3. — 10. Mai 2021 — Wir sind dabei!

Eine Initiative des Börsenvereins des deutschen Buchhandels
Eine Initia­tive des Bör­sen­ver­eins des deut­schen Buchhandels.

Auch die­ses Jahr betei­ligt sich die Margit-Horváths-Stiftung wie­der an der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” mit täg­lich neuen Arti­keln zur Situa­tion der Presse– und Mei­nungs­frei­heit in jeweils unter­schied­li­chen Län­dern. Angsichts der aktu­el­len poli­ti­schen Lage begin­nen wir mit Bei­trä­gen zu den ost­eu­ro­päi­schen Län­dern Russ­land, Bela­rus und Ungarn. Es wer­den fol­gen: China, Indien Ägyp­ten und Afgha­nis­tan. Wir begin­nen am 3. Mai …

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Am 3. Mai star­te­ten wir unsere täg­li­chen Reports zur “Woche der Mei­nungs­frei­heit” mit einem Bei­trag zur Lage der Pres­se­frei­heit in Ungarn unter dem Titel “Man darf nicht stumm blei­ben!” Den Arti­kel zu UNGARN fin­den Sie hier

Am zwei­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen Arti­kel zur Lage der Pres­se­frei­heit in Bela­rus. Den Report zu BEALRUS kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken Sie hier.

Am 5. Mai ver­öf­fent­lich­ten wir einen Gast­bei­trag von Dr. Kam­briz Gha­wami zur Lage der Mei­nungs­frei­heit und Bil­dung in Afgha­nis­tan. Den Report zu AFGHANISTAN kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken Sie hier.

Am 6. Mai hat­ten wir einen Gast­bei­trag von Gabriele Köh­ler zur Lage der Mei­nungs­frei­heit in Indien. Der Bei­trag zu INDIEN ist wei­ter­hin online. Kli­cken Sie hier.

Am fünf­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen ein­drucks­vol­len Bei­trag zur Lage der Mei­nungs­frei­heit in Russ­land. Auch den Report über RUSSLAND kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken sie hier.

Am 8. Mai hat­ten wir einen aus­führ­li­chen Arti­kel zur Unter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit in Ägyp­ten. Auch den Bei­trag Über ÄGYPTEN kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken Sie hier.

Am 7. Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” wird in unse­rem Report beschrie­ben, wel­chen Ein­fluss China auf Medien und Wis­sen­schaft in Europa aus­zu­üben ver­sucht. Den Bei­trag über CHINA fin­den Sie wei­ter­hin hier.

Heute endet die “Woche der Mei­nungs­frei­heit”, d.h. wir brin­gen nun unse­ren letz­ten Beitrag:

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10. Mai: „Der Tag der Bücherverbrennung“

“Arbei­ter Illus­trierte Zei­tung” (AIZ) vom 10. Mai 1933, auf der Titel­seite eine Foto­mon­tage von John Heartfield

Als die Natio­nal­so­zia­lis­ten im April 1933 die Bücher­ver­bren­nung für den 10. Mai vor­be­rei­te­ten, arbei­tete John Heart­field gleich­zei­tig bereits an sei­ner Entgegnung.

Im März 1933 war Heart­field ins Pra­ger Exil geflo­hen. Eine der ers­ten Foto­mon­ta­gen, die er dort für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ) ent­warf, war “Durch Licht zur Nacht.” Seine Foto­mon­tage erschien zeit­gleich mit der Bücher­ver­bren­nung, d.h. am 10. Mai 1933 auf der Titel­seite der AIZ: Vor dem Reichs­tag türmt sich ein Berg mit Büchern. Flam­men schla­gen hoch. U. a. sind Werke von Tho­mas Mann, Lenin, Karl Marx, Egon Erwin Kisch, Erich Maria Remar­que zu erken­nen. Vor dem Schei­ter­hau­fen steht mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger Reichs­pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels. Dar­un­ter das Spruch­band: „Also sprach Dr. Goeb­bels: Lasst uns aufs neue Brände ent­fa­chen, auf dass die Ver­blen­de­ten nicht erwachen!“

 In zahl­rei­chen deut­schen Städ­ten wur­den am 10. Mai 1933 auf gro­ßen öffent­li­chen Plät­zen Schei­ter­hau­fen errich­tet und darin Tau­sende von Büchern ver­brannt. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten bezeich­ne­ten dies als “Aktion wider den undeut­schen Geist.“ In ande­ren Städ­ten ging diese Aktion noch einige Wochen wei­ter, dann z.T. auch von der Hitler-Jugend auf Schul­hö­fen durchgeführt.

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wei­ter­le­sen …

Ausstellung anl. des 80. Jahrestages der Wannsee Konferenz: Der Plan der NS-Führung 11 Millionen europäische Jüdinnen und Juden zu ermorden.

Die Aus­stel­lung zeigt an zwei Bei­spie­len, was die Ziel­set­zung der Wann­see Kon­fe­renz kon­kret bedeu­tete: a) am Bei­spiel der jun­gen unga­ri­schen Jüdin­nen, die in der KZ-Außenstelle Wall­dorf inhaf­tiert waren und b) am Bei­spiel der aus Mör­fel­den stam­men­den Fami­lie Oppenheimer-van Bin­gen. Sie wur­den von den Nie­deran­den in das KZ Sobi­bor depor­tiert. Die Toch­ter Trude durfte damals ihre Puppe nicht mit­neh­men. Sie ist nun ein Zen­trum der Ausstellung.

Wir dan­ken Mari­anne Buis­mann, Dick Poort­man, dem Museum Rijs­sen, dem Stadt­ar­chiv Och­trup und der Stadt Mörfelden-Walldorf für ihre große Unterstützung.

Wir dan­ken dem Rotary Club Rüsselsheim/Groß-Gerau für seine groß­zü­gige Spende.

Am 27. Januar wurde die Aus­stel­lung, die eine unge­wöhn­lich ein­drucks­volle Reso­nanz fand, been­det. An die­sem Tag sprach vor­mit­tags um 10 Uhr Eva Sze­pesi, die als 12 jäh­ri­ges Mäd­chen vor 77 Jah­ren in Ausch­witz befreit wurde.

Um 15 Uhr führ­ten wir ein online Gespräch mit fünf jüdi­schen und nicht-jüdi­schen Student*innen durch zur Frage, was die­ser Gedenk­tag für sie als Ange­hö­rige der drit­ten Gene­ra­tion bedeu­tet und wie das Wis­sen um den Holo­caust heute ihr Ver­hal­ten prägt. Die­ses Webi­nar fand in Koope­ra­tion mit der Jüdi­schen Gemeinde Frank­furt und der Gesell­schaft für christlich-jüdische Zusam­men­ar­beit Frank­furt e.V. statt.

18 Uhr fand die Lesung des letz­ten Abschnit­tes aus dem Buch “Die Zer­tren­nung” von Sal­men Gra­dow­ski statt. Gra­dow­ski war pol­ni­scher Jude, im KZ Auschnwitz Bir­kenau inhaf­tiert und dort im sog. Son­der­kom­mando ein­ge­setzt. Er war dort Teil einer Wider­stands­gruppe. Wäh­rend eines Auf­stan­des wurde er erschossen.

Presse

Einen Bei­trag im HR Hör­funk fin­den Sie hier:

Im Blick/rheinmaintv zeigte am 27. Januar 2022 einen Bericht über die Aus­stel­lung und Lesung. Er beginnt unge­fähr ab der fünf­ten Sendeminute.

Die Hessenschau/HR berich­tete über die Lesung von Eva Sze­pesi am 27. Januar 2022 im Hor­váth Zentrum.

Klara Strompf, Mit­glied unse­res Kura­to­ri­ums, erstellte mit eige­nen Fotos ein per­sön­li­ches Video zur Ausstellung.

Blick auf den Asche­hü­gel von Sobi­bor, links die 12 jäh­rige Trude, die dort mit ihrem Bru­der und der Mut­ter ver­gast und ver­brannt wurde. Drei Indi­vi­duen von ca. 250.000 Men­schen, die dort das glei­che erlitten.

Die Aus­stel­lung soll nun auch in Rijssen/Niederlande gezeigt wer­den, in dem Museum, das uns “Tru­des Puppe” als Leih­gabe zur Ver­fü­gung stellte. Geplant ist dafür der­zeit Anfang Mai im Rah­men der dor­ti­gen Befreiungsfeierlichkeiten.

5 Jahre Horváth-Zentrum: Eine Veranstaltung mit Kindern und Enkel*innen von ehemaligen Inhaftierten.

Sonn­tag, 10. Okto­ber 2021, 15 Uhr

Aus Nor­we­gen, den USA und Frank­reich sind Kin­der und Enkel*innen von ehe­ma­li­gen Inhaf­tier­ten der KZ-Außenstelle Wall­dorf zu Gast der Margit-Horváth-Stiftung und der Stadt Mörfelden-Walldorf — in Koope­ra­tion mit der Stadt Frank­furt und der Fra­port AG.

Gemein­sam wer­den wir durch meh­rere Dia­loge der Frage nach­ge­hen, ob und gege­be­nen­falls wie die KZ-Haft der Mut­ter bzw. Groß­mut­ter die Fami­li­en­bio­gra­phie bis heute prägt.

Wir freuen uns, dass diese Ver­an­stal­tung von Emil Man­gels­dorff ein­ge­lei­tet wird, ein Frank­fur­ter Jaz­zer schon wäh­rend der NS-Zeit — damals ver­folgt und heute all­seits beliebt und gefei­ert, quasi eine Ver­kör­pe­rung des “ande­ren Deutschland.”

Außer­dem wer­den Ober­stu­fen­schü­le­rin­nen des Frank­fur­ter Goethe-Gymnasiums ein­zelne klas­si­sche Stü­cke (Cello und Geige) spielen.

Alle sind hierzu herz­lich eingeladen.

Es ist eine outdoor-Veranstaltung — bei schlech­tem Wet­ter not­falls mit Zelten.

Es gel­ten die 3G-Regelen.

Die Woche der Meinungsfreiheit 3. — 10. Mai 2021 — Wir sind dabei!

Das Logo des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels für ihre Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen — dies sind z. B. Amnesty Inter­na­tio­nal, Bil­dungs­stätte Anne Frank, Ein­tracht Frank­furt, Frank­fur­ter Buch­messe, Repor­ter ohne Gren­zen, PEN-Zentrum Deutsch­land und auch die Margit-Horváth-Stiftung u.v.a.m.

Täg­li­che Porträts”

Mei­nungs­frei­heit ist ein Men­schen­recht. Doch ver­mehrt wer­den Men­schen, die ihre Mei­nung äußern, bedroht und ange­grif­fen. Um für diese Ent­wick­lung ein grö­ße­res Bewusst­sein zu schaf­fen, initi­ierte der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels 2021 erst­mals die Woche der Mei­nungs­frei­heit statt.

Die Margit-Horváth-Stiftung betei­ligt sich daran mit täg­li­chen Por­träts von Auto­rin­nen und Auto­ren, die wegen Ein­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit in ihren Län­dern bedroht und ver­folgt wur­den. Das Datum ist nicht zufäl­lig gewählt: Die Aktion star­tet am Inter­na­tio­na­len Tag der Pres­se­frei­heit (3. Mai) und endet am Tag der Bücher­ver­bren­nung in Deutsch­land am 10. Mai. Bun­des­weit fin­den in die­ser Woche zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen, Aktio­nen und Kam­pa­gnen statt.

Wir began­nen am 3. Mai mit einem Bei­trag über den tür­ki­schen Jour­na­lis­ten Can Dündar, der wegen eines Arti­kels über ille­gale Waf­fen­lie­fe­run­gen von Prä­si­dent Erdo­gan an isla­mis­ti­sche Rebel­len­grup­pen in Syrien poli­tisch ver­folgt wird und des­we­gen seit 2016 in Deutsch­land lebt. Im Okto­ber 2021 wird er Gast der Margit-Horváth-Stiftung sein.

Im fol­gen­den Bei­trag schrie­ben wir über die deutsch-türkische, kur­di­sche Jour­na­lis­tin Meşale Tolu, die im April 2017 in Istan­bul ver­haf­tet wurde. Was man ihr kon­kret vor­warf, wurde zum Teil noch nicht ein­mal ihren Anwäl­ten mit­ge­teilt, da die Akte einen „Geheim­hal­tungs­be­fehl“ enthielt.

Das fol­gende Por­trät über die ira­ni­sche Juris­tin und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin Sedig­heh Vas­maghi schil­dert eine Frau, die — wohl wis­send, dass eine Gefäng­nis­strafe auf sie war­tet — in ihr Hei­mat­land zurück­kehrt. “Ich möchte frei leben — und sei es in einer Gefäng­nis­zelle. Die hohen Mau­ern und die Eisen­stan­gen eines Gefäng­nis­ses wer­den mich nicht klein­krie­gen.

Thaung si. ein Land­wirt­schafts­leh­rer im Nor­den von Myan­mar. Er gehört zur Gruppe der Lisu, einer christ­li­chen Minderheit.

Zwei Bei­träge zu den Phil­ip­pi­nen und Myan­mar zeig­ten die Betrof­fen­heit einer brei­ten Bevöl­ke­rung, in der schon jedes im All­tag gespro­chene Wort und jedes Ver­hal­ten zur Gefahr wer­den kann. Die Angst davor, dass Pri­vat­ge­sprä­che abge­hört wer­den, die all­täg­li­che Erfah­rung, dass eine Sol­dat neben einem Leh­rer steht, um dafür zu sor­gen, dass kein “fal­sches” Wort gespro­chen wird … Sol­che Bei­spiele stan­den in die­sen Bei­trä­gen im Fokus — jeweils ein­ge­bet­tet in die all­ge­meine Lage der Unter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit in die­sen Län­dern. Vor allem in Myan­mar ist diese Situa­tion der­zeit beson­ders gefährlich.

Selbst­zen­sur, chi­ne­sisch “Zìwǒ shěn­chá”, ist, was sich viele Inter­net­platt­for­men in China selbst auf­er­le­gen — aus Angst, dass sie die meist vagen Vor­ga­ben der Regie­rung nicht einhalten.

In einem Bei­trag über die aktu­elle Situa­tion in China wird beschrie­ben, wie die Mei­nungs­frei­heit durch die Kon­trolle des Inter­nets in den letz­ten Jah­ren in ekla­tan­ten Schrit­ten wei­ter ein­ge­schränkt wurde — kon­kret: durch den Zwang, sich mit dem eige­nen Namen regis­trie­ren zu müs­sen oder dadurch, dass die Anbie­ter der Inter­net­platt­for­men nun für die Inhalte ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Gefähr­det sind die Autor*innen von Inter­net­bei­trä­gen nicht nur wegen ihres kri­ti­schen Inhalts; ein wei­te­res, nicht uner­heb­li­ches Kri­te­rium ist auch die Häu­fig­keit, mit der sie auf­ge­ru­fen wer­den. D.h. je mehr Zustim­mung eine for­mu­lierte Kri­tik fin­det, desto schnel­ler und hef­ti­ger rea­giert der Staat.

Mit drei per­sön­li­chen State­ments zur aktu­el­len deut­schen Debatte zur Mei­nungs­frei­heit in Zei­ten von Corona und Quer­den­ker­be­we­gung rich­ten wir den Blick auf das eigene Land.

“Die Welt­bühne” (März 1929) hrsg. von Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky. .

Am 10. Mai, dem letz­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen Bei­trag zur aktu­el­len Situa­tion in Bela­rus am Bei­spiel von drei Jour­na­lis­tin­nen, die ver­folgt bzw. im Straf­la­ger sind weil sie über Demons­tra­tio­nen berichteten.

Zudem nah­men wir an die­sem Tag mit Zita­ten von Erich Käs­t­ner und Oskar Maria Graf auf die Bücher­ver­bren­nung Bezug, die in allen grö­ße­ren Städ­ten vor 88 Jah­ren stattfand.

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Kurt Tuchols­kys Name stand bereits auf der ers­ten Aus­bür­ge­rungs­liste der NS-Regierung vom August 1933. Carl von Ossietzky wurde schon Ende Februar 1933 ver­haf­tet und starb 1938 an den Fol­gen der KZ-Haft. 1936 bekam er den Friedensnobelpreis.

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Alle Bei­träge sind wei­ter­hin auf unse­rer Home­page ver­füg­bar unter den Links zu den ent­spre­chen­den Themen.

Online-Gespräch mit jungen Frankfurtern: Antisemitismus auf dem Fußballplatz, in der Schule und bei der Gedenkstätte

Die Jungs der U 13 Mann­schaft des jüdi­schen Sport­ver­ein Mak­kabi Frank­furt beim Training.

Anti­se­mi­tis­mus fin­det nicht ein­fach „irgendwo“ statt, son­dern mit­ten in unse­rer Gesell­schaft. Anti­se­mi­tisch begrün­de­tes Mob­bing gehört zum All­tag in Frank­fur­ter Schu­len und auf Fuß­ball­plät­zen. Es ist wich­tig dies öffent­lich zu benen­nen. Aber es ist auch an der Zeit, dage­gen gezielt Hand­lungs­stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, aktiv und krea­tiv zu sein in dem Augen­blick, in dem dies passiert.

Frank­fur­ter Jugend­li­che berich­ten von ein­zel­nen kon­kre­ten For­men der Dis­kri­mi­nie­rung und wie sie rea­gier­ten. Ver­bun­den wird dies mit kur­zen Inter­views mit Ver­tre­tern des jüd. Sport­ver­bands Mak­kabi Deutsch­land und des jüd. Muse­ums Frankfurt.

Gesprächs­part­ner sind:

  • Finn Löff­ler, ehem. Schulsprecher
  • Klaus Holl, ehem. Schuldirektor
  • Man­fred Levy, jüd. Museum Frankfurt
  • Jugend­fuß­ball­spie­ler des Frank­fur­ter jüd. Sport­ver­eins Makkabi
  • Luis Engel­hardt, Lei­ter des Fuß­ball­pro­jek­tes „Kein Platz für Antisemitismus“

Mode­ra­tion: Roberto Fabian (jüd. VHS) und Cor­ne­lia Rüh­lig (Stiftung)


Diens­tag, den 23. Februar 2021, 15:00 – 16:30

Eine gemein­same Ver­an­stal­tung der jüdi­schen Volks­hoch­schule Frank­furt und der Margit-Horváth-Stiftung.

Das Gespräch ist nun auch bei youtube ein­ge­stellt und damit jeder­zeit verfügbar.

Online-Gespräch zum Gedenktag der Befreiung des KZ Auschwitz

Das Horváth-Zentrum erhebt sich über den frei­ge­leg­ten Mau­er­res­ten eines Bara­cken­kel­lers. Dies war 1944 Teil einer KZ-Außenstelle. Im Kel­ler wur­den junge unga­ri­sche Jüdin­nen bru­tal geschla­gen — zum Teil bis zum Tode. Das 2016 eröff­nete Zen­trum ist heute Gedenk– und Bil­dungs­stätte ins­be­son­dere für junge Menschen.

Am 27. Januar 1945 befreien Sol­da­ten der Roten Armee das KZ Ausch­witz. Nur 7.000 Gefan­gene sind damals dort noch am Leben. Min­des­tens 1,1 Mil­lio­nen Men­schen wur­den in Ausch­witz ermordet.

1944 bestand in Wall­dorf eine KZ-Außenstelle, in der 1.700 junge unga­ri­sche Jüdin­nen inhaf­tiert waren. Im August kamen sie mit einem Trans­port direkt von Auschwitz-Birkenau hier­her. Ende Novem­ber wur­den sie völ­lig ent­kräf­tet in das KZ Ravens­brück wei­ter deportiert.

Bei Kriegs­ende leb­ten von die­sen 1.700 Mäd­chen und jun­gen Frauen nur noch 330. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten haben sich viele Men­schen aus Mörfelden-Walldorf um die Auf­ar­bei­tung der Geschichte die­ses Lagers geküm­mert, etli­che Aus­gra­bun­gen gemein­sam mit Jugend­li­chen durch­ge­führt und viele Kon­takte zu Über­le­ben­den des Lagers und deren Fami­lien aufgebaut.

Wie wurde die Geschichte die­ses Lagers auf­ge­ar­bei­tet? Wel­che archi­tek­to­ni­sche Idee steckt in dem unge­wöhn­li­chen und ein­drucks­vol­len Zen­trum? Zu wel­chen The­men wird heute dort gear­bei­tet? Wel­che Rolle spie­len dabei aktu­elle For­men des Antisemitismus?

Dazu führt der Lei­ter der jüdi­schen Volks­hoch­schule Frank­furt, Roberto Fabian, am 27. Januar 2021, 14:00 — 15:00 ein online-Gespräch mit der Vor­sit­zen­den der Margit-Horváth-Stiftung Cor­ne­lia Rüh­lig und der Enke­lin einer Über­le­ben­den der KZ-Außenstelle Wall­dorf Katja Schüler.

Daran kön­nen Sie und könnt ihr gerne online teil­neh­men. Die Teil­nahme ist kostenlos.

Hate speech im Internet und das Aktionsprogramm #HessengegenHetze

Hate­speech“ – zu Deutsch: Hass­rede – bezeich­net aggres­sive und men­schen­ver­ach­tende Posts im Netz. Sie kön­nen im Prin­zip gegen jede*n von uns gerich­tet wer­den. Bestimmte Grup­pen sind beson­ders betrof­fen – z.B. wegen ihrer Haut­farbe, der natio­na­len oder sozia­len Her­kunft, Sexua­li­tät, Geschlecht, Behin­de­rung oder auch der Reli­gion. Rechts­ex­treme pos­ten mas­siv Hate­speech, um ihre Ideo­lo­gie und men­schen­ver­ach­tende Ein­stel­lun­gen zu ver­brei­ten. Auch Haken­kreuze im Schul­hof oder Bus­sen sind keine Seltenheit.

Hate­speech ver­letzt die Würde des Menschen.

Dazu bie­ten wir nun eine online-Veranstaltung an – nicht zufäl­lig gerade am 10. Dezem­ber, dem Tag, an dem 1948 die UNO-Menschenrechtser-klärung unter­schrie­ben wurde, damals eine Kon­se­quenz und Lehre aus dem unfass­ba­ren Grauen des Zwei­ten Weltkrieges.

Alle Men­schen sind frei und gleich an Würde und Rech­ten gebo­ren. Sie sind mit Ver­nunft und Gewis­sen begabt und sol­len ein­an­der im Geiste der Brü­der­lich­keit begeg­nen,“ heißt es dort in Art. 1.

Ein­stün­dige Online-Veranstaltung:

Don­ners­tag, den 10. Dez. 10 Uhr und 19.30 Uhr

Anmel­dung ist erfor­der­lich! Unter: info@margit-horvath.de

In der jeweils ein­stün­di­gen Ver­an­stal­tung wer­den wir zunächst Orga­ni­sa­tio­nen vor­stel­len, die sich mit dem Mob­bing unter Jugend­li­chen beschäf­ti­gen und dazu kon­krete Hilfe sowie Trai­nings­pro­gramme (Counterspeech/Gegenrede u.ä.) anbieten.

Anschlie­ßend wer­den Mit­ar­bei­ter des Hess. Innen­mi­nis­te­ri­ums über das neue, ein­fach zu hand­ha­bende Mel­de­sys­tem „Hes­sen gegen Hetze(Teil des Hes­sen Cyber­Com­pe­tence­Cen­ter – Hessen3C) informieren.

Ziel des neuen Mel­de­sys­tems ist es, Hass­kom­men­tare, ver­bo­tene Sym­bole und extre­mis­ti­sche Inter­ne­tin­halte schnell zu erfas­sen, den Betrof­fe­nen mög­lichst unkom­pli­ziert Unter­stüt­zung zu geben und gege­be­nen­falls auch eine effi­zi­ente Straf­ver­fol­gung in Gang zu setzen.

Men­schen­ver­ach­tende Äuße­run­gen haben eine nicht zu unter­schät­zende bedroh­li­che Bedeu­tung: Sie belas­ten Jugend­li­che, Schule, Eltern und die Gesell­schaft insgesamt.

Die Ver­an­stal­tung wird unter­stützt vom För­der­ver­ein der Bertha-von-Suttner-Schule, der Schul­lei­te­rin Frau Ute Zel­ler, dem Museum der Stadt Mörfelden-Walldorf, dem Inte­gra­ti­ons­büro der Stadt Mörfelden-Walldorf sowie dem Büro für Inte­gra­tion Fach­stelle gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus Kreis Groß-Gerau.

 

Hexenverbrennung in Derenburg am Harz. Illustration aus Flugblatt, Nürnberg, 1555.
Hexen­ver­bren­nung in Deren­burg am Harz. Illus­tra­tion aus Flug­blatt, Nürn­berg, 1555.

Peter Gbiorczyk: Zauberglaube und Hexenprozesse in der Grafschaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahrhundert, Düren 2021
Peter Gbi­orczyk: Zau­ber­glaube und Hexen­pro­zesse in der Graf­schaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahr­hun­dert, Düren 2021

Malak, 10 Jahre alt, während eines Kinderfestes im Kinderhaus Griesheim, 1. Juni 2022.
Malak, 10 Jahre alt, wäh­rend eines Kin­der­fes­tes im Kin­der­haus Gries­heim, 1. Juni 2022.

Sara, 9 Jahre alt, Schülerin der dritten Klasse der Boehle Schule in Griesheim.
Sara, 9 Jahre alt, Schü­le­rin der drit­ten Klasse der Boehle Schule in Griesheim.

Hiba während eines Tanzes beim Kinderfest im Kinderhaus Griesheim, 1. Juni 2022.
Hiba wäh­rend eines Tan­zes beim Kin­der­fest im Kin­der­haus Gries­heim, 1. Juni 2022.

Katrin Himmler beginnt ihre Präsentation "Rassismus ohne Rassen" (Ethnopluralismus).
Kat­rin Himm­ler beginnt ihre Prä­sen­ta­tion “Ras­sis­mus ohne Ras­sen” (Ethnopluralismus).

Unser Horváth Zentrum, der Ort der Veranstaltung.
Unser Hor­váth Zen­trum, der Ort der Veranstaltung.

"Himmler privat - Briefe eines Massenmörders" von Katrin Himmler und Michael Wildt, 2016.
“Himm­ler pri­vat — Briefe eines Mas­sen­mör­ders” von Kat­rin Himm­ler und Michael Wildt, 2016.

Protest an der Universität Kalkutta gegen das neue Staatsbürgerschaftsgesetz. U.a. der Deutschlandfunk berichtet dazu im Jan. 2020.
Pro­test an der Uni­ver­si­tät Kal­kutta gegen das neue Staats­bür­ger­schafts­ge­setz. Zu unse­rem Bericht über die Mei­nungs­frei­heit in Indien kom­men Sie hier.

Zum Bericht über die russ. NGO klicken Sie hier.
Zum Bericht über die russ. NGO kli­cken Sie hier.

Ägyptische Journalist*innen protestieren in Kairo nach Verhaftungen und Razzia, Mai 2016. zum Beitrag kommen Sie hier.
Ägyp­ti­sche Journalist*innen pro­tes­tie­ren in Kairo nach Ver­haf­tun­gen und Raz­zia, Mai 2016. Zum Bei­trag kom­men Sie hier.

 

Heinrich Heine (1797-1856), Gemälde von Moritz David Oppenheim, 1831.  Berühmt ist sein Zitat: "Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen." Heine formulierte dies im frühen 19. Jh. in Bezug auf die Verbrennung des Koran und anderer arabischer Schriften in Spanien.
Hein­rich Heine (1797–1856), Gemälde von Moritz David Oppen­heim, 1831. Berühmt ist sein Zitat: “Das war ein Vor­spiel nur. Dort wo man Bücher ver­brennt, ver­brennt man auch am Ende Men­schen.” Heine for­mu­lierte dies im frü­hen 19. Jh. in Bezug auf die Ver­bren­nung des Koran und ande­rer ara­bi­scher Schrif­ten in Spanien.

 

Erich Kästner (1899 - 1974), eine Aufnahme um 1929. Er war der einzige der verbotenen Schriftsteller, der sich im Mai 1933 die Bücherverbrennung mit Propagandaminister J. Goeebls in Berlin ansah.
Erich Käs­t­ner (1899 — 1974), eine Auf­nahme um 1929. Er war der ein­zige der ver­bo­te­nen Schrift­stel­ler, der sich im Mai 1933 die Bücher­ver­bren­nung mit Pro­pa­gan­da­mi­nis­ter J. Goee­bls in Ber­lin ansah.

 

Nelly Sachs (1891– 1970). Auch die Bücher dieser Lyrikerin wurden im Mai 1933 in die Flammen geworfen. 1966 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.
Nelly Sachs (1891–1970). Auch die Bücher die­ser Lyri­ke­rin wur­den im Mai 1933 in die Flam­men gewor­fen. 1966 erhielt sie den Nobel­preis für Literatur.

 

 

Die 12-jährige Trude wurde in Sobi­bor ermor­det. Ihr gehörte die Puppe.

 

Ein nie­der­län­di­scher Juden­stern auf den Glei­sen, die in der Aus­stel­lung zum Asche­hü­gel von Sobi­bor führen.

 

Eva Sze­pesi wäh­rend ihrer Lesung am 27. Januar im Hor­váth Zen­trum. Als 12 jäh­rige wurde sie in Ausch­witz befreit.

 

Sal­men Gra­dow­ski war im KZ Auschwitz-Birkenau Mit­glied des Son­der­kom­man­dos. Er schrieb über die Arbeit, die er in den Gas­kam­mern und Kre­ma­to­rien leis­ten musste.

 

Mit einem Last­wa­gen wur­den 34 junge Frauen der KZ Außen­stelle Wall­dorf Anfang Okto­ber 1944 abtrans­por­tiert und erschos­sen. Namens­kar­ten mit bio­gra­fi­schen Details erin­nern zwi­schen den alten Back­stei­nen des Lagers an jede Ein­zelne von ihnen.

 

Agnes Bühel war 18 Jahre alt, als sie in Wall­dorf inhaf­tiert war.

 

Ihre Schwes­ter Rózsi war damals eben­falls hier inhaf­tiert. Beide gin­gen nach der Befrei­ung zurück in ihre Hei­mat­stadt Budapest.

 

Fin­ger­ab­druck von Frida Grün­feld. Sie wurde kurz vor der Befrei­ung des KZ Ravens­brück getö­tet. Von ihr exis­tiert kein Foto — nur die­ser Fin­ger­ab­druck. Ihre Enke­lin fand ihn nach 15-jähriger Suche in einem Archiv.

 

Unser ers­ter Bei­trag am 3. Mai war ein Por­trät über Can Dündar.  Den Bei­trag lesen Sie hier.

 

Unser Bei­trag am 4. Mai war ein Por­trät über Meşale Tolu Çorlu.Den Bei­trag lesen Sie hier.

 

Unser Bei­trag am 5. Mai war ein Por­trät über Sedig­heh Vas­maghi Den Bei­trag lesen Sie hier.

 

Vol­taire mit dem berühm­ten, ihn cha­rak­te­ri­sie­ren­den Zitat: „Er löste von den Augen der Völ­ker die Bande des Irr­tums.” Die per­sön­li­chen State­ments fin­den Sie hier.

 

Die Jour­na­lis­tin Kate­rina And­re­jewa wurde von einem Minsker Gericht zu zwei Jah­ren Straf­la­ger ver­ur­teilt. Ange­klagt wurde sie, weil sie zusam­men mit ihrer Kol­le­gin Darja Tschul­sowa eine oppo­si­tio­nelle Demons­tra­tion gedreht und per Livestream über­tra­gen hatte.

 

Die jüd. Volks­hoch­schule Frank­furt bie­tet Hebrä­isch– und Jiddisch-Sprachkurse an, Semi­nare über jüd. Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie, Koch– und Tanz­kurse sowie zahl­rei­che Aus­flüge und online-Gespräche.

 

Der Frank­fur­ter Leh­rer Roberto Fabian lei­tet die jüd. Volks­hoch­schule und mode­riert auch die hier ange­kün­dig­ten online-Gespräche.

 

TuS Mak­kabi ist einer der größ­ten Sport­ver­eine Frank­furts mit über 2.000 akti­ven jüdi­schen und nicht­jü­di­schen Mit­glie­dern in 25 Abteilungen.

 

Diese aus unse­rer Sicht exzel­lente Home­page benannt zahl­rei­che kon­krete Bei­spiele, wie man auf anti­se­mi­ti­sche Äuße­run­gen im All­tag rea­gie­ren kann. Erar­bei­tet wurde sie von der ZEIT-Stiftung Ebe­lin und Gerd Bucerius in Koope­ra­tion mit vie­len ande­ren Organisationen.

 

Die 1988 in Frank­furt gegrün­dete jüdi­sche Volks­hoch­schule hat ihren Sitz im jüdi­schen Gemein­de­zen­trum. Ihre Ange­bote rich­ten sich an alle, die Inter­esse an jüdi­schem Leben, Kul­tur, Reli­gion und Phi­lo­so­phie haben.

 

Mel­den Sie Hass-Kommentare, die Sie im Inter­net Fin­den. Die Horváth-Stiftung unter­stützt die­ses Pro­gramm des Hess. Innen­mi­nis­te­ri­ums und eini­ger NGOs. Funk­tio­niert schnell und ein­fach — Das Mel­de­for­mu­lar fin­den Sie hier. Grund­sätz­li­ches zu die­sem Pro­gramm in die­sem Clip oder auch hier

 

Ver­an­stal­ter ist die Margit-Horváth-Stiftung in Koope­ra­tion mit:

 

… in Koope­ra­tion mit der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle Süd­hes­sen (adi­net) und deren enga­gier­ter Mit­ar­bei­te­rin Anja Ostrowski.

 

Daniel Neu­mann ist Rechts­an­walt. Seit 2006 ist er Direk­tor des Lan­des­ver­ban­des der Jüdi­schen Gemein­den in Hes­sen und seit 2017 auch Vor­sit­zen­der der Jüdi­schen Gemeinde Darm­stadt. Daniel Neu­mann gehört zahl­rei­chen Gre­mien an: So ist er z.B. Rich­ter des Schieds­ge­richts beim Zen­tral­rat der Juden in Deutsch­land. In Hes­sen ist er u.a. Mit­glied des Rund­funk­ra­tes des Hes­si­schen Rundfunks.

 

 

 

Bern­hard Brehl  (1941 — 2020)
“Er war eine beein­dru­ckende Per­sön­lich­keit,” beschreibt ihn die Jour­na­lis­tin Ursula Friedrich.

 

B. Brehl spricht vor dem Abschieds­es­sen mit ehem. Inhaf­tier­ten der KZ-Außenstelle Wall­dorf und deren Ange­hö­ri­gen, 2014

 

 

“Der Opti­mis­mus bleibt ver­hal­ten.“
Aus: Freitags-Anzeiger vom 26. Sept. 2019

 

“Eine Abschie­bung ist unver­ant­wort­lich.“
Aus: Frank­fur­ter Neue Presse vom 24. Sept. 2019

 

Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Rechts­ex­tre­mis­mus­ex­perte Fabian Jellonnek

Wir über­las­sen der Neuen Rech­ten weder die öffent­li­chen Räume noch den öffent­li­chen Dis­kurs” — ein zen­tra­ler Slo­gan der Orga­ni­sa­tion “Achtsegel”.

Logo der Orga­ni­sa­tion “Acht­se­gel”, die vor allem Stra­te­gien gegen Hate-speech und rechts­po­pu­lis­ti­sche Pro­pa­ganda im Netz entwickeln.

 

Die Auto­bio­gra­phie des Obdach­lo­sen Richard Brox wurde zum Bestseller.

 

Gün­ter Wall­raff (li.) bit­tet Richard Brox um Insider-Informationen zu den unge­schrie­be­nen Regeln in der Szene der Obdachlosen.

 

Obdach­lo­ser in einer Not­un­ter­kunft in Düsseldorf.

 

Obdach­lo­sen­un­ter­kunft in Hannover.

 

Elea­nor Roo­se­velt, Akti­vis­tin und enga­gierte Mit­ver­fas­se­rin der Men­schen­rechts­er­klä­rung. Am 10. Dez. 1948 ver­kün­dete sie in Paris, dass die Men­schen­rechts­er­klä­rung ange­nom­men sei und diese nun “für Mil­lio­nen von Men­schen Hilfe, Weg­wei­ser und Inspi­ra­tion sein würde.”

 

Arti­kel 1 der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Menschenrechte

 

 

 

Claus Leg­ge­wie

 

 

 

Lea Anthes bei den Vor­be­rei­tun­gen des Besuchs im Horváth-Zentrum.

 

Ein­ge­la­den zu die­sem Besuch waren unse­rer­seits Men­schen, mit denen wir in den letz­ten Jah­ren inten­siv er zusammen“wirkten.”

 

Cor­ne­lia Rüh­lig skiz­ziert kurz die Bio­gra­phien ein­zel­ner ehem. Inhaf­tier­ter des Wall­dor­fer Lagers und ver­weist dabei u.a. auch auf die bei­den Fotos von Miriam Hel­ler — im Dezem­ber 1942 ein opti­mis­ti­sches, hüb­sches 15-jähriges Mäd­chen, auf dem Foto 2,5 Jahre spä­ter im Juni 1945 sieht man sie als völ­lig gebro­chene junge Frau.

 

Myriam And­res, Geschichts­leh­re­rin der Ricarda-Huch-Schule Drei­eich, spricht über zahl­rei­che Pro­jekte, die sie mit ihren Schüler*innen bei der Horváth-Stiftung durch­führte — dar­un­ter auch mehr­fach Aus­gra­bungs­ar­bei­ten des nun über­bau­ten Küchen­kel­lers (Horváth-Zentrum).

 

Björn Ham­bur­ger, Geschichts­leh­rer und Ober­stu­fen­lei­ter der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf, betont die beson­dere Bedeu­tung, die die­ser his­to­ri­sche Ort für seine Schule und seine Schüler*innen besitzt. Diese Wir­kung könne mit kei­nem Lehr­buch und in kei­nem Schul­zim­mer erreicht werden.

 

Anisa Dön­mez spricht über das inter­na­tio­nale Radio­pro­jekt, an dem sie teil­nahm: Jugend­kul­tur in Teheran.

 

 

 

 

 

Es war mutig von der 15-jährigen Schü­le­rin aus uito, dass sie bei die­ser Ver­an­stal­tung spon­tan ihre Grund­hal­tung öffent­lich for­mu­lierte. Dies war ihr aber — trotz der eige­nen Scheu — ein gro­ßes Anliegen.

 

 

 

 

 

Gleich­zei­tig wurde die Tafel 14 am alten Stand­ort wie­der neu auf­ge­stellt.
Beschrie­ben wird auf die­ser Tafel, wie zer­stört viele der jun­gen KZ-Häftlinge am Ende des Krie­ges, am Tage der Befrei­ung waren. “Ich meine, wir waren im Inne­ren wie tot …” sagt die damals 16-jährige Szi­dó­nia Rosenberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Junge Tehe­ra­ne­rin­nen in Jeans und mit Hijab, 2017.

 

Straße in Tehe­ran mit Blick auf die schnee­be­deck­ten Berge.

 

Junge Leute in Tehe­rans Stra­ßen, 2017.

 

Tehe­ra­ner Musi­ke­rin­nen wäh­rend eines Auf­tritts, das Del­win Ensemble.

 

Stra­ßen­szene in Teheran.