Die Woche der Meinungsfreiheit 3. — 10. Mai 2021 — Wir sind dabei!

Das Logo des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels für ihre Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen — dies sind z. B. Amnesty Inter­na­tio­nal, Bil­dungs­stätte Anne Frank, Ein­tracht Frank­furt, Frank­fur­ter Buch­messe, Repor­ter ohne Gren­zen, PEN-Zentrum Deutsch­land und auch die Margit-Horváth-Stiftung u.v.a.m.

Täg­li­che Porträts”

Mei­nungs­frei­heit ist ein Men­schen­recht. Doch ver­mehrt wer­den Men­schen, die ihre Mei­nung äußern, bedroht und ange­grif­fen. Um für diese Ent­wick­lung ein grö­ße­res Bewusst­sein zu schaf­fen, initi­ierte der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels 2021 erst­mals die Woche der Mei­nungs­frei­heit statt.

Die Margit-Horváth-Stiftung betei­ligt sich daran mit täg­li­chen Por­träts von Auto­rin­nen und Auto­ren, die wegen Ein­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit in ihren Län­dern bedroht und ver­folgt wur­den. Das Datum ist nicht zufäl­lig gewählt: Die Aktion star­tet am Inter­na­tio­na­len Tag der Pres­se­frei­heit (3. Mai) und endet am Tag der Bücher­ver­bren­nung in Deutsch­land am 10. Mai. Bun­des­weit fin­den in die­ser Woche zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen, Aktio­nen und Kam­pa­gnen statt.

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Wir began­nen am 3. Mai mit einem Bei­trag über den tür­ki­schen Jour­na­lis­ten Can Dündar, der wegen eines Arti­kels über ille­gale Waf­fen­lie­fe­run­gen von Prä­si­dent Erdo­gan an isla­mis­ti­sche Rebel­len­grup­pen in Syrien poli­tisch ver­folgt wird und des­we­gen seit 2016 in Deutsch­land lebt. Im Okto­ber 2021 wird er Gast der Margit-Horváth-Stiftung sein.

Im fol­gen­den Bei­trag schrie­ben wir über die deutsch-türkische, kur­di­sche Jour­na­lis­tin Meşale Tolu, die im April 2017 in Istan­bul ver­haf­tet wurde. Was man ihr kon­kret vor­warf, wurde zum Teil noch nicht ein­mal ihren Anwäl­ten mit­ge­teilt, da die Akte einen „Geheim­hal­tungs­be­fehl“ enthielt.

Das fol­gende Por­trät über die ira­ni­sche Juris­tin und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin Sedig­heh Vas­maghi schil­dert eine Frau, die — wohl wis­send, dass eine Gefäng­nis­strafe auf sie war­tet — in ihr Hei­mat­land zurück­kehrt. “Ich möchte frei leben — und sei es in einer Gefäng­nis­zelle. Die hohen Mau­ern und die Eisen­stan­gen eines Gefäng­nis­ses wer­den mich nicht klein­krie­gen.

Thaung si. ein Land­wirt­schafts­leh­rer im Nor­den von Myan­mar. Er gehört zur Gruppe der Lisu, einer christ­li­chen Minderheit.

Zwei Bei­träge zu den Phil­ip­pi­nen und Myan­mar zeig­ten die Betrof­fen­heit einer brei­ten Bevöl­ke­rung, in der schon jedes im All­tag gespro­chene Wort und jedes Ver­hal­ten zur Gefahr wer­den kann. Die Angst davor, dass Pri­vat­ge­sprä­che abge­hört wer­den, die all­täg­li­che Erfah­rung, dass eine Sol­dat neben einem Leh­rer steht, um dafür zu sor­gen, dass kein “fal­sches” Wort gespro­chen wird … Sol­che Bei­spiele stan­den in die­sen Bei­trä­gen im Fokus — jeweils ein­ge­bet­tet in die all­ge­meine Lage der Unter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit in die­sen Län­dern. Vor allem in Myan­mar ist diese Situa­tion der­zeit beson­ders gefährlich.

Selbst­zen­sur, chi­ne­sisch “Zìwǒ shěn­chá”, ist, was sich viele Inter­net­platt­for­men in China selbst auf­er­le­gen — aus Angst, dass sie die meist vagen Vor­ga­ben der Regie­rung nicht einhalten.

In einem Bei­trag über die aktu­elle Situa­tion in China wird beschrie­ben, wie die Mei­nungs­frei­heit durch die Kon­trolle des Inter­nets in den letz­ten Jah­ren in ekla­tan­ten Schrit­ten wei­ter ein­ge­schränkt wurde — kon­kret: durch den Zwang, sich mit dem eige­nen Namen regis­trie­ren zu müs­sen oder dadurch, dass die Anbie­ter der Inter­net­platt­for­men nun für die Inhalte ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Gefähr­det sind die Autor*innen von Inter­net­bei­trä­gen nicht nur wegen ihres kri­ti­schen Inhalts; ein wei­te­res, nicht uner­heb­li­ches Kri­te­rium ist auch die Häu­fig­keit, mit der sie auf­ge­ru­fen wer­den. D.h. je mehr Zustim­mung eine for­mu­lierte Kri­tik fin­det, desto schnel­ler und hef­ti­ger rea­giert der Staat.

Mit drei per­sön­li­chen State­ments zur aktu­el­len deut­schen Debatte zur Mei­nungs­frei­heit in Zei­ten von Corona und Quer­den­ker­be­we­gung rich­ten wir den Blick auf das eigene Land.

“Die Welt­bühne” (März 1929) hrsg. von Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky. .

Am 10. Mai, dem letz­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen Bei­trag zur aktu­el­len Situa­tion in Bela­rus am Bei­spiel von drei Jour­na­lis­tin­nen, die ver­folgt bzw. im Straf­la­ger sind weil sie über Demons­tra­tio­nen berichteten.

Zudem nah­men wir an die­sem Tag mit Zita­ten von Erich Käs­t­ner und Oskar Maria Graf auf die Bücher­ver­bren­nung Bezug, die in allen grö­ße­ren Städ­ten vor 88 Jah­ren stattfand.

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Kurt Tuchols­kys Name stand bereits auf der ers­ten Aus­bür­ge­rungs­liste der NS-Regierung vom August 1933. Carl von Ossietzky wurde schon Ende Februar 1933 ver­haf­tet und starb 1938 an den Fol­gen der KZ-Haft. 1936 bekam er den Friedensnobelpreis.

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Alle Bei­träge sind wei­ter­hin auf unse­rer Home­page ver­füg­bar unter den Links zu den ent­spre­chen­den Themen.


Online-Gespräch mit jungen Frankfurtern: Antisemitismus auf dem Fußballplatz, in der Schule und bei der Gedenkstätte

Die Jungs der U 13 Mann­schaft des jüdi­schen Sport­ver­ein Mak­kabi Frank­furt beim Training.

Anti­se­mi­tis­mus fin­det nicht ein­fach „irgendwo“ statt, son­dern mit­ten in unse­rer Gesell­schaft. Anti­se­mi­tisch begrün­de­tes Mob­bing gehört zum All­tag in Frank­fur­ter Schu­len und auf Fuß­ball­plät­zen. Es ist wich­tig dies öffent­lich zu benen­nen. Aber es ist auch an der Zeit, dage­gen gezielt Hand­lungs­stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, aktiv und krea­tiv zu sein in dem Augen­blick, in dem dies passiert.

Frank­fur­ter Jugend­li­che berich­ten von ein­zel­nen kon­kre­ten For­men der Dis­kri­mi­nie­rung und wie sie rea­gier­ten. Ver­bun­den wird dies mit kur­zen Inter­views mit Ver­tre­tern des jüd. Sport­ver­bands Mak­kabi Deutsch­land und des jüd. Muse­ums Frankfurt.

Gesprächs­part­ner sind:

  • Finn Löff­ler, ehem. Schulsprecher
  • Klaus Holl, ehem. Schuldirektor
  • Man­fred Levy, jüd. Museum Frankfurt
  • Jugend­fuß­ball­spie­ler des Frank­fur­ter jüd. Sport­ver­eins Makkabi
  • Luis Engel­hardt, Lei­ter des Fuß­ball­pro­jek­tes „Kein Platz für Antisemitismus“

Mode­ra­tion: Roberto Fabian (jüd. VHS) und Cor­ne­lia Rüh­lig (Stiftung)


Diens­tag, den 23. Februar 2021, 15:00 – 16:30

Eine gemein­same Ver­an­stal­tung der jüdi­schen Volks­hoch­schule Frank­furt und der Margit-Horváth-Stiftung.

Das Gespräch ist nun auch bei youtube ein­ge­stellt und damit jeder­zeit verfügbar.

Online-Gespräch zum Gedenktag der Befreiung des KZ Auschwitz

Das Horváth-Zentrum erhebt sich über den frei­ge­leg­ten Mau­er­res­ten eines Bara­cken­kel­lers. Dies war 1944 Teil einer KZ-Außenstelle. Im Kel­ler wur­den junge unga­ri­sche Jüdin­nen bru­tal geschla­gen — zum Teil bis zum Tode. Das 2016 eröff­nete Zen­trum ist heute Gedenk– und Bil­dungs­stätte ins­be­son­dere für junge Menschen.

Am 27. Januar 1945 befreien Sol­da­ten der Roten Armee das KZ Ausch­witz. Nur 7.000 Gefan­gene sind damals dort noch am Leben. Min­des­tens 1,1 Mil­lio­nen Men­schen wur­den in Ausch­witz ermordet.

1944 bestand in Wall­dorf eine KZ-Außenstelle, in der 1.700 junge unga­ri­sche Jüdin­nen inhaf­tiert waren. Im August kamen sie mit einem Trans­port direkt von Auschwitz-Birkenau hier­her. Ende Novem­ber wur­den sie völ­lig ent­kräf­tet in das KZ Ravens­brück wei­ter deportiert.

Bei Kriegs­ende leb­ten von die­sen 1.700 Mäd­chen und jun­gen Frauen nur noch 330. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten haben sich viele Men­schen aus Mörfelden-Walldorf um die Auf­ar­bei­tung der Geschichte die­ses Lagers geküm­mert, etli­che Aus­gra­bun­gen gemein­sam mit Jugend­li­chen durch­ge­führt und viele Kon­takte zu Über­le­ben­den des Lagers und deren Fami­lien aufgebaut.

Wie wurde die Geschichte die­ses Lagers auf­ge­ar­bei­tet? Wel­che archi­tek­to­ni­sche Idee steckt in dem unge­wöhn­li­chen und ein­drucks­vol­len Zen­trum? Zu wel­chen The­men wird heute dort gear­bei­tet? Wel­che Rolle spie­len dabei aktu­elle For­men des Antisemitismus?

Dazu führt der Lei­ter der jüdi­schen Volks­hoch­schule Frank­furt, Roberto Fabian, am 27. Januar 2021, 14:00 — 15:00 ein online-Gespräch mit der Vor­sit­zen­den der Margit-Horváth-Stiftung Cor­ne­lia Rüh­lig und der Enke­lin einer Über­le­ben­den der KZ-Außenstelle Wall­dorf Katja Schüler.

Daran kön­nen Sie und könnt ihr gerne online teil­neh­men. Die Teil­nahme ist kostenlos.

Hate speech im Internet und das Aktionsprogramm #HessengegenHetze

Hate­speech“ – zu Deutsch: Hass­rede – bezeich­net aggres­sive und men­schen­ver­ach­tende Posts im Netz. Sie kön­nen im Prin­zip gegen jede*n von uns gerich­tet wer­den. Bestimmte Grup­pen sind beson­ders betrof­fen – z.B. wegen ihrer Haut­farbe, der natio­na­len oder sozia­len Her­kunft, Sexua­li­tät, Geschlecht, Behin­de­rung oder auch der Reli­gion. Rechts­ex­treme pos­ten mas­siv Hate­speech, um ihre Ideo­lo­gie und men­schen­ver­ach­tende Ein­stel­lun­gen zu ver­brei­ten. Auch Haken­kreuze im Schul­hof oder Bus­sen sind keine Seltenheit.

Hate­speech ver­letzt die Würde des Menschen.

Dazu bie­ten wir nun eine online-Veranstaltung an – nicht zufäl­lig gerade am 10. Dezem­ber, dem Tag, an dem 1948 die UNO-Menschenrechtser-klärung unter­schrie­ben wurde, damals eine Kon­se­quenz und Lehre aus dem unfass­ba­ren Grauen des Zwei­ten Weltkrieges.

Alle Men­schen sind frei und gleich an Würde und Rech­ten gebo­ren. Sie sind mit Ver­nunft und Gewis­sen begabt und sol­len ein­an­der im Geiste der Brü­der­lich­keit begeg­nen,“ heißt es dort in Art. 1.

Ein­stün­dige Online-Veranstaltung:

Don­ners­tag, den 10. Dez. 10 Uhr und 19.30 Uhr

Anmel­dung ist erfor­der­lich! Unter: info@margit-horvath.de

In der jeweils ein­stün­di­gen Ver­an­stal­tung wer­den wir zunächst Orga­ni­sa­tio­nen vor­stel­len, die sich mit dem Mob­bing unter Jugend­li­chen beschäf­ti­gen und dazu kon­krete Hilfe sowie Trai­nings­pro­gramme (Counterspeech/Gegenrede u.ä.) anbieten.

Anschlie­ßend wer­den Mit­ar­bei­ter des Hess. Innen­mi­nis­te­ri­ums über das neue, ein­fach zu hand­ha­bende Mel­de­sys­tem „Hes­sen gegen Hetze(Teil des Hes­sen Cyber­Com­pe­tence­Cen­ter – Hessen3C) informieren.

Ziel des neuen Mel­de­sys­tems ist es, Hass­kom­men­tare, ver­bo­tene Sym­bole und extre­mis­ti­sche Inter­ne­tin­halte schnell zu erfas­sen, den Betrof­fe­nen mög­lichst unkom­pli­ziert Unter­stüt­zung zu geben und gege­be­nen­falls auch eine effi­zi­ente Straf­ver­fol­gung in Gang zu setzen.

Men­schen­ver­ach­tende Äuße­run­gen haben eine nicht zu unter­schät­zende bedroh­li­che Bedeu­tung: Sie belas­ten Jugend­li­che, Schule, Eltern und die Gesell­schaft insgesamt.

Die Ver­an­stal­tung wird unter­stützt vom För­der­ver­ein der Bertha-von-Suttner-Schule, der Schul­lei­te­rin Frau Ute Zel­ler, dem Museum der Stadt Mörfelden-Walldorf, dem Inte­gra­ti­ons­büro der Stadt Mörfelden-Walldorf sowie dem Büro für Inte­gra­tion Fach­stelle gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus Kreis Groß-Gerau.

Wer beherrscht die Welt? Warum Verschwörungstheorien die Demokratie gefährden.

Daniel Neu­mann, Direk­tor des Lan­des­ver­ban­des der jüdi­schen Gemein­den in Hes­sen spricht im Mör­fel­der Bür­ger­haus über die Gefahr von Verschwörungstheorien.

Don­ners­tag, 10. 9. 2020 , 19 Uhr

Bür­ger­haus Mörfelden


Wäh­rend der Ver­an­stal­tung ist Mund– und Nasen­schutz zu tragen.

Ver­schwö­rungs­theo­rien haben der­zeit wie­der Hoch­kon­junk­tur. So müs­sen wir sehr ernst­haft zahl­rei­che Fra­gen stel­len: Wie ist es mög­lich, dass in einer Welt mit umfas­sen­den wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen über Mensch und Natur ein Virus die ganze Welt lähmt? Wird uns von „den“ Poli­ti­kern und „den“ öffent­li­chen Medien über die Ent­ste­hung und Ver­brei­tung die­ses Virus etwas ver­schwie­gen, um von den wah­ren Ursa­chen abzu­len­ken? Stellt das Coro­na­vi­rus über­haupt die von den Regie­run­gen behaup­tete große Gefahr dar?  Oder geht es eigent­lich nur darum, das Virus zu nut­zen, um das öffent­li­che Leben unter die Kon­trolle „der Herr­schen­den“ zu brin­gen – die Demo­kra­tie also suk­zes­sive zu beseitigen?

wei­ter­le­sen …

Wir trauern um Bernhard Brehl, den Mitbegründer und langjährigen Kuratoriumsvorsitzenden der Horváth-Stiftung.

Bür­ger­meis­ter Bern­hard Brehl (re.) und Gábor Gold­man unter­zeich­nen gemein­sam den Ver­trag zur Grün­dung der Margit-Horváth-Stiftung,
Wall­dor­fer Rat­haus, 11. Juli 2004.

“Die Begeg­nun­gen mit den ehe­ma­li­gen jüdi­schen Mit­bür­gern Mör­fel­dens und den ehe­ma­li­gen jüdi­schen Häft­lin­gen der KZ-Außenstelle Wall­dorf waren für mich per­sön­lich die wich­tigs­ten Tage in mei­ner mehr als 30-jährigen Amts­zeit als Bür­ger­meis­ter von Mörfelden-Walldorf,” sagte Bern­hard Brehl in der Rück­schau auf sein Enga­ge­ment für diese Stadt.

Mit Über­zeu­gung und Ent­schlos­sen­heit hat er — auch gegen Wider­stände — für die kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschichte von Mörfelden-Walldorf gekämpft. Nur so war es mög­lich, dass im Juli 2004, nach jah­re­lan­gen Recher­chen und Kon­takt­auf­nah­men mit Über­le­ben­den der KZ-Außenstelle Wall­dorf, die Margit-Horváth-Stiftung gegrün­det wer­den konnte. Bis zur Fer­tig­stel­lung und Eröff­nung des Horváth-Zentrums (2016/17) arbei­tete Bern­hard Brehl als ihr Kuratoriumsvorsitzender.

Wir sind ihm vol­ler Dank­bar­keit, Sym­pa­thie und in hohem Respekt verbunden.

Wei­ter­le­sen…

Gegen die Abschiebung des iranischen Ehepaares Maria Pourbakshi und Hamidreza Mohamadkhari

Die Margit-Horváth-Stiftung enga­giert sich, um die dro­hende Abschie­bung der Bei­den zu ver­hin­dern. Wir haben eine Peti­tion online gestellt, wir sam­meln Geld, um zu hel­fen die Anwalts­kos­ten zu bezah­len, wir füh­ren Info­ver­an­stal­tun­gen durch und unter­stüt­zen Solidaritätskonzerte.

Die Ver­an­stal­tung am Sonn­tag, 22. Sep­tem­ber 2019, 18 Uhr, im Horváth-Zentrum wird über die aktu­elle Situa­tion von Hamid Moha­ma­dkhari und Maria Pour­bak­shi infor­mie­ren und, um dies bes­ser ein­schät­zen zu kön­nen, wird gleich­zei­tig die Situa­tion der poli­ti­schen Ver­fol­gung im Iran cha­rak­te­ri­siert wer­den. Damit will der „Unter­stüt­zer­kreis“ und die Margit-Horváth-Stiftung dem Pro­test gegen die dro­hende Abschie­bung der  Bei­den wei­te­ren Aus­druck verleihen.

Der Rechts­an­walt  von Hamid Moha­ma­dkhari und Maria Pour­bak­shi hat mit einem Eil­an­trag Ein­spruch gegen ihre dro­hende Abschie­bung erho­ben. Am 18. Sep­tem­ber wird dar­über ein Gericht in Wies­ba­den entscheiden.

Wei­ter­le­sen …

Die Identitäre Bewegung — Rechtsextreme Positionen im modernen Gewand

Die „Iden­ti­täre Bewe­gung“ ist mit ihrer Selbst­in­sze­nie­rung über Social Media höchst erfolg­reich, obwohl sie im deut­schen All­tag – im Unter­schied z. B. zu Frank­reich — noch rela­tiv klein ist.

Beleuch­tet wer­den beim Podi­ums­ge­spräch die Geschichte der iden­ti­tä­ren Bewe­gung, ihre ideo­lo­gi­schen Hin­ter­gründe sowie die Struk­tu­ren und Stra­te­gien der Vermarktung.

Fabian Jel­lon­nek ist ein her­aus­ra­gen­der Experte in die­ser The­ma­tik. Er arbei­tete als Bera­ter gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und lei­tete den Bereich poli­ti­scher Extre­mis­mus bei Jugendschutz.net.

Jel­lon­nek ist Grün­der der Orga­ni­sa­tion  Achtsegel.org. Ihr Schwer­punkt liegt auf der Ent­wick­lung von Stra­te­gien gegen Hate-Speech und rechts­po­pu­lis­ti­sche Pro­pa­ganda im Netz.

Wie men­schen­ver­ach­tend, wie gefähr­lich ist das Gedan­ken­gut der Iden­ti­tä­ren für unsere demo­kra­ti­sche Ord­nung?

Hier vorab schon mal einige Ant­wor­ten auf diese Frage:

Sie stre­ben eine natio­nale Homo­ge­ni­tät an.

Sie wol­len keine Frem­den und keine Ver­mi­schung der Kulturen.

Per­so­nen aus der Nazi­zeit wer­den reingewaschen.

Für die Iden­ti­täre Bewe­gung ist die Gegen­wart deka­dent, weil sie Men­schen mit unter­schied­li­chen sexu­el­len Ori­en­tie­run­gen oder mit Behin­de­run­gen akzeptiert.

Bei der her­bei­ge­sehn­ten bür­ger­kriegs­ähn­li­chen Situa­tion wür­den Gen­der­for­schung, Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setze und die Sozi­al­hilfe wegfallen.

Man arbei­tet mit Begrif­fen wie „Kopftuch“,“Integrationslüge“,“oder „Volks­ver­rat“, um die Hege­mo­nie über den öffent­li­chen Dis­kurs zu erhalten.

Man ver­sucht eine bür­ger­li­che Fas­sade mit rebel­li­schem Ges­tus auf­zu­bauen, um junge Men­schen für eine soge­nannte „Mit­mach­be­we­gung“ zu gewin­nen. Die tat­säch­li­chen Struk­tu­ren sind jedoch geschlos­sen und hierarchisch.

Nied­rig­schwel­lige Kon­takt­an­ge­bote wer­ben für ras­sis­ti­sches Gedan­ken­gut oder für Aktio­nen gegen die libe­rale Demokratie.

Die Iden­ti­tä­ren sind gut ver­netzt mit der AFD und deren Jugendorganisation.

Lite­ra­tur­tipp: Exper­tise  von F. Jel­lon­nek und P. Rei­nesch zur Medi­en­nut­zung der Neuen Rech­ten – darin auch zur Iden­ti­tä­ren Bewe­gung:  hier

Pres­se­be­richt­er­stat­tung zur Veranstaltung

Kein Dach über dem Leben” — Podiumsgespräch mit Richard Brox

Kom­men­den Sonn­tag (27. Jan.) wird Richard Brox um 17 Uhr zu einem Podi­ums­ge­spräch ins Mör­fel­der Museum kommen.

Brox ist Deutsch­lands sog. „berühm­tes­ter Obdach­lo­ser“. Er lebte 30 Jahre lang auf der Straße.

Er arbei­tete mit Gün­ter Wall­raff zusam­men, beriet ihn bei sei­nem Film „Unter null“ und ist nun selbst Bestsellerautor.

In sei­nem Buch „Kein Dach über dem Leben“ beschreibt er ein­drucks­voll seine schwie­rige Kind­heit u.a. mit Gewalt­er­fah­run­gen in Kin­der– und Jugend­hei­men, anschlie­ßend Dro­gen– und Alko­hol­sucht und Obdachlosigkeit.

Wer auf der Straße lebt, muss ler­nen, Gewalt, Hass, Hun­ger und Kälte zu ertra­gen. Für Richard Brox war die Straße aber auch ein Ort der Frei­heit und Selbst­be­stim­mung. Als Ber­ber hat er seine Würde nie ver­lo­ren. Er schaffte den Neu­an­fang und schal­tete eine Web­seite mit Tipps, Adres­sen und Bewer­tun­gen von sozia­len Anlauf­stel­len für „seine Brü­der“. So wurde er zu Deutsch­lands berühm­tes­ten Obdachlosen.

Jetzt hat er seine Bio­gra­fie geschrie­ben, hat sich sei­nen Trau­mata und Ängs­ten gestellt.

Mit dem Geld, das er über sein Buch und über Vor­träge ein­nimmt, will er ein Hos­piz und Hotel für Obdach­lose grün­den, will nun die Hilfe, die er selbst erfah­ren hat, weitergeben.

Mit ihm spricht Ulrike Hol­ler über Not­un­ter­künfte, Anlauf­stel­len, Armut in Deutsch­land, Hartz IV, den Man­gel an Woh­nun­gen und über den Umgang der Behör­den mit Obdachlos

Zur Pres­se­be­richt­er­stat­tung …

Vorab-Telefoninterview des Schü­ler­prak­ti­kan­ten Lukas Mau­rer mit Richard Brox:

Herr Brox, Sie sagen in Inter­views, dass die Obdach­lo­sen in vie­len Unter­künf­ten wie Dreck behan­delt wer­den. Was mei­nen Sie kon­kret damit?

Zum Bei­spiel: Du kommst in eine Not­un­ter­kunft, dort gibt es zwei Toi­let­ten. Die eine ist kaputt oder abge­schlos­sen und die andere ist ein­fach dre­ckig. Und wenn du wenigs­tens Toi­let­ten­pa­pier haben möch­test, ant­wor­tet dir der Mit­ar­bei­ter: „Du kannst ja wie­der gehen, wenn es dir hier nicht passt.“ Ein ande­res Bei­spiel: Das Bett, das dir zuge­wie­sen wird, stinkt nach dem Urin des Vor­gän­gers. Wenn du dich dar­über beschwerst, ant­wor­tet dir der Betreuer wie­der das gleiche.

Grund­sätz­lich sollte man beim Schla­fen den Haut­kon­takt mit dem Bett ver­mei­den, um sich keine Krank­hei­ten, wie zum Bei­spiel die Krätze, Viren­er­kran­kun­gen oder Kopf­läuse zu holen. Außer­dem teilst du dein Zim­mer nor­ma­ler­weise mit vie­len ande­ren Per­so­nen. Die meis­ten Obdach­lo­sen sind krank, viele sind HIV posi­tiv. Und wegen den vie­len Kon­flik­ten unter­ein­an­der ist es wich­tig, dass an Wochen­en­den und Fei­er­ta­gen auch nachts Betreuer da sind, die man im Zwei­fels­fall anspre­chen kann.   Die ver­schie­de­nen Grup­pen — Alko­ho­li­ker, Dro­gen­ab­hän­gige, Spiel­süch­tige oder psy­chisch Kranke — soll man unter­ein­an­der leben las­sen, aber nicht ver­su­chen sie zusam­men zu brin­gen, weil es sonst leicht zu Kon­flik­ten kom­men kann.

Das Leben auf der Straße ist sehr hart ist. Kann man sich denn irgend­wie dage­gen schützen?

wei­ter­le­sen …

Jahrestag: 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948 — 2018)

Aus Anlass des 70. Jah­res­ta­ges der Ver­kün­dung der all­ge­mei­nen Men­schen­rechte rufen wir dazu auf, sowohl in Mör­fel­den als auch in Wall­dorf eine Men­schen­kette zu bil­den — mit Text­le­sun­gen und abschlie­ßend einem Vor­trag, Musik und Video­schal­tun­gen nach Paris und Genf, dem heu­ti­gen Sitz des Menschenrechtsrates.

Mon­tag, den 10. Dezem­ber 2018 wol­len wir den 70. Jah­res­tag der Erklä­rung der Men­schen­rechte gemein­sam begehen.

Wir alle wis­sen, wie wich­tig es ist, dass wir uns wie­der ver­stärkt öffent­lich enga­gie­ren: Die wach­sende Wäh­ler­schaft für rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­teien ist in sehr vie­len euro­päi­schen Län­dern erschre­ckend. Auch die Ten­denz, auto­ri­täre Poli­ti­ker und auto­kra­ti­sche Sys­teme zu unter­stüt­zen, nimmt zu. Und natür­lich gilt: Keine Demo­kra­tie ohne demo­kra­ti­sches Enga­ge­ment der Bür­ge­rin­nen und Bürger.

Daher haben wir für die­sen Jah­res­tag in bei­den Stadt­tei­len Aktio­nen vorbereitet:

Am Nach­mit­tag in Mörfelden:

Um 15:30 tref­fen wir uns vor dem Mör­fel­der Rat­haus, bil­den eine Men­schen­kette und zitie­ren dazu prä­gnante Pas­sa­gen aus Sté­phane Hes­sels berühm­ter Schrift „Enga­giert euch!

Sté­phane Hes­sel (1917 — 2013) stammt aus Ber­lin, emi­grierte mit sei­ner Fami­lie nach Frank­reich, leis­tete dort Wider­stand, wurde ver­haf­tet, floh nach Eng­land, kam ille­gal für die Resis­tance nach Frank­reich zurück, wurde erneut ver­haf­tet und ins KZ Buchen­wald depor­tiert. Nach Kriegs­ende wurde er UNO-Diplomat und for­mu­lierte die all­ge­meine Men­schen­rechts­er­klä­rung mit.

2010 schrieb er im Alter von 93 Jah­ren den ener­gie­rei­chen Text “Empört Euch!”, der inner­halb kür­zes­ter Zeit in 40 Spra­chen über­setzt und mil­lio­nen­fach ver­kauft wurde.

Am Abend in Wall­dorf:

Um 18:00 tref­fen wir uns an die­sem Tage in Wall­dorf, bil­den eine Men­schen­kette vom Horváth-Zentrum bis zum buddh. Frie­dens­zen­trum und lesen dabei die vor 70 Jah­ren in Paris ver­kün­dete All­ge­meine Men­schen­rechts­er­klä­rung.

Unter­stüt­zer­or­ga­ni­sa­tio­nen spre­chen zudem in bei­den Stadt­tei­len eigene Statements.

19:00 im buddh. Zen­trum: Video­schal­tun­gen nach Paris und Genf, Musik mit „Ori­en­tal Jazz Quar­tett“ und ein kur­zer Vor­trag von Nicole Bro­der, Mit­ar­bei­te­rin des Bil­dungs­zen­trums Anne Frank und anschlie­ßend natür­lich die Mög­lich­keit zur Diskussion.

 

 

Unser ers­ter Bei­trag am 3. Mai war ein Por­trät über Can Dündar.  Den Bei­trag lesen Sie hier.

 

Unser Bei­trag am 4. Mai war ein Por­trät über Meşale Tolu Çorlu.Den Bei­trag lesen Sie hier.

 

Unser Bei­trag am 5. Mai war ein Por­trät über Sedig­heh Vas­maghi Den Bei­trag lesen Sie hier.

 

Vol­taire mit dem berühm­ten, ihn cha­rak­te­ri­sie­ren­den Zitat: „Er löste von den Augen der Völ­ker die Bande des Irr­tums.” Die per­sön­li­chen State­ments fin­den Sie hier.

 

Die Jour­na­lis­tin Kate­rina And­re­jewa wurde von einem Minsker Gericht zu zwei Jah­ren Straf­la­ger ver­ur­teilt. Ange­klagt wurde sie, weil sie zusam­men mit ihrer Kol­le­gin Darja Tschul­sowa eine oppo­si­tio­nelle Demons­tra­tion gedreht und per Livestream über­tra­gen hatte.

 

Die jüd. Volks­hoch­schule Frank­furt bie­tet Hebrä­isch– und Jiddisch-Sprachkurse an, Semi­nare über jüd. Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie, Koch– und Tanz­kurse sowie zahl­rei­che Aus­flüge und online-Gespräche.

Der Frank­fur­ter Leh­rer Roberto Fabian lei­tet die jüd. Volks­hoch­schule und mode­riert auch die hier ange­kün­dig­ten online-Gespräche.

TuS Mak­kabi ist einer der größ­ten Sport­ver­eine Frank­furts mit über 2.000 akti­ven jüdi­schen und nicht­jü­di­schen Mit­glie­dern in 25 Abteilungen.

Diese aus unse­rer Sicht exzel­lente Home­page benannt zahl­rei­che kon­krete Bei­spiele, wie man auf anti­se­mi­ti­sche Äuße­run­gen im All­tag rea­gie­ren kann. Erar­bei­tet wurde sie von der ZEIT-Stiftung Ebe­lin und Gerd Bucerius in Koope­ra­tion mit vie­len ande­ren Organisationen.

Die 1988 in Frank­furt gegrün­dete jüdi­sche Volks­hoch­schule hat ihren Sitz im jüdi­schen Gemein­de­zen­trum. Ihre Ange­bote rich­ten sich an alle, die Inter­esse an jüdi­schem Leben, Kul­tur, Reli­gion und Phi­lo­so­phie haben.

 

Mel­den Sie Hass-Kommentare, die Sie im Inter­net Fin­den. Die Horváth-Stiftung unter­stützt die­ses Pro­gramm des Hess. Innen­mi­nis­te­ri­ums und eini­ger NGOs. Funk­tio­niert schnell und ein­fach — Das Mel­de­for­mu­lar fin­den Sie hier. Grund­sätz­li­ches zu die­sem Pro­gramm in die­sem Clip oder auch hier

Ver­an­stal­ter ist die Margit-Horváth-Stiftung in Koope­ra­tion mit:

… in Koope­ra­tion mit der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle Süd­hes­sen (adi­net) und deren enga­gier­ter Mit­ar­bei­te­rin Anja Ostrowski.

 

Daniel Neu­mann ist Rechts­an­walt. Seit 2006 ist er Direk­tor des Lan­des­ver­ban­des der Jüdi­schen Gemein­den in Hes­sen und seit 2017 auch Vor­sit­zen­der der Jüdi­schen Gemeinde Darm­stadt. Daniel Neu­mann gehört zahl­rei­chen Gre­mien an: So ist er z.B. Rich­ter des Schieds­ge­richts beim Zen­tral­rat der Juden in Deutsch­land. In Hes­sen ist er u.a. Mit­glied des Rund­funk­ra­tes des Hes­si­schen Rundfunks.

 

 

 

Bern­hard Brehl  (1941 — 2020)
“Er war eine beein­dru­ckende Per­sön­lich­keit,” beschreibt ihn die Jour­na­lis­tin Ursula Friedrich.

 

B. Brehl spricht vor dem Abschieds­es­sen mit ehem. Inhaf­tier­ten der KZ-Außenstelle Wall­dorf und deren Ange­hö­ri­gen, 2014

 

 

“Der Opti­mis­mus bleibt ver­hal­ten.“
Aus: Freitags-Anzeiger vom 26. Sept. 2019

 

“Eine Abschie­bung ist unver­ant­wort­lich.“
Aus: Frank­fur­ter Neue Presse vom 24. Sept. 2019

 

Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und Rechts­ex­tre­mis­mus­ex­perte Fabian Jellonnek

Wir über­las­sen der Neuen Rech­ten weder die öffent­li­chen Räume noch den öffent­li­chen Dis­kurs” — ein zen­tra­ler Slo­gan der Orga­ni­sa­tion “Achtsegel”.

Logo der Orga­ni­sa­tion “Acht­se­gel”, die vor allem Stra­te­gien gegen Hate-speech und rechts­po­pu­lis­ti­sche Pro­pa­ganda im Netz entwickeln.

 

Die Auto­bio­gra­phie des Obdach­lo­sen Richard Brox wurde zum Bestseller.

 

Gün­ter Wall­raff (li.) bit­tet Richard Brox um Insider-Informationen zu den unge­schrie­be­nen Regeln in der Szene der Obdachlosen.

Obdach­lo­ser in einer Not­un­ter­kunft in Düsseldorf.

Obdach­lo­sen­un­ter­kunft in Hannover.

 

Elea­nor Roo­se­velt, Akti­vis­tin und enga­gierte Mit­ver­fas­se­rin der Men­schen­rechts­er­klä­rung. Am 10. Dez. 1948 ver­kün­dete sie in Paris, dass die Men­schen­rechts­er­klä­rung ange­nom­men sei und diese nun “für Mil­lio­nen von Men­schen Hilfe, Weg­wei­ser und Inspi­ra­tion sein würde.”

 

Arti­kel 1 der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Menschenrechte

 

 

 

Claus Leg­ge­wie

 

 

 

Lea Anthes bei den Vor­be­rei­tun­gen des Besuchs im Horváth-Zentrum.

 

Ein­ge­la­den zu die­sem Besuch waren unse­rer­seits Men­schen, mit denen wir in den letz­ten Jah­ren inten­siv er zusammen“wirkten.”

 

Cor­ne­lia Rüh­lig skiz­ziert kurz die Bio­gra­phien ein­zel­ner ehem. Inhaf­tier­ter des Wall­dor­fer Lagers und ver­weist dabei u.a. auch auf die bei­den Fotos von Miriam Hel­ler — im Dezem­ber 1942 ein opti­mis­ti­sches, hüb­sches 15-jähriges Mäd­chen, auf dem Foto 2,5 Jahre spä­ter im Juni 1945 sieht man sie als völ­lig gebro­chene junge Frau.

 

Myriam And­res, Geschichts­leh­re­rin der Ricarda-Huch-Schule Drei­eich, spricht über zahl­rei­che Pro­jekte, die sie mit ihren Schüler*innen bei der Horváth-Stiftung durch­führte — dar­un­ter auch mehr­fach Aus­gra­bungs­ar­bei­ten des nun über­bau­ten Küchen­kel­lers (Horváth-Zentrum).

 

Björn Ham­bur­ger, Geschichts­leh­rer und Ober­stu­fen­lei­ter der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf, betont die beson­dere Bedeu­tung, die die­ser his­to­ri­sche Ort für seine Schule und seine Schüler*innen besitzt. Diese Wir­kung könne mit kei­nem Lehr­buch und in kei­nem Schul­zim­mer erreicht werden.

 

Anisa Dön­mez spricht über das inter­na­tio­nale Radio­pro­jekt, an dem sie teil­nahm: Jugend­kul­tur in Teheran.

 

 

 

 

 

Es war mutig von der 15-jährigen Schü­le­rin aus uito, dass sie bei die­ser Ver­an­stal­tung spon­tan ihre Grund­hal­tung öffent­lich for­mu­lierte. Dies war ihr aber — trotz der eige­nen Scheu — ein gro­ßes Anliegen.

 

 

 

 

 

Gleich­zei­tig wurde die Tafel 14 am alten Stand­ort wie­der neu auf­ge­stellt.
Beschrie­ben wird auf die­ser Tafel, wie zer­stört viele der jun­gen KZ-Häftlinge am Ende des Krie­ges, am Tage der Befrei­ung waren. “Ich meine, wir waren im Inne­ren wie tot …” sagt die damals 16-jährige Szi­dó­nia Rosenberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Junge Tehe­ra­ne­rin­nen in Jeans und mit Hijab, 2017.

 

Straße in Tehe­ran mit Blick auf die schnee­be­deck­ten Berge.

 

Junge Leute in Tehe­rans Stra­ßen, 2017.

 

Tehe­ra­ner Musi­ke­rin­nen wäh­rend eines Auf­tritts, das Del­win Ensemble.

 

Stra­ßen­szene in Teheran.