Allgemein

Erica Ludolph: Die Frankfurter Judenretterin und Widerstandskämpferin

Ein Podi­ums­ge­spräch mit Die­ter Maier, Co-Autor der Bio­gra­phie über sie. Mode­ra­tion: Ulrike Holler

Sonn­tag, 12. Juli 2026, 17 Uhr

Margit-Horvath-Zentrum, Familie-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

Erica Ludolph (1921 — 2022)

Die Frank­fur­te­rin Erica Ludolph war eine über­zeugte Geg­ne­rin des Nazi-Regimes. Heim­lich unter­stützte sie jüdi­sche Fami­lien mit Lebens­mit­teln oder auch Geld für eine geplante Aus­reise. Dafür fand sie glück­li­cher­weise Unter­stüt­zer und Hel­fer im Kreis der Beken­nen­den Kirche.

Unter gro­ßen Ängs­ten beglei­tete sie zum Bei­spiel die jüdi­sche Mut­ter einer Freun­din bei ihrer Flucht vor der Depor­ta­tion ins KZ.

Mit gefälsch­tem Pass arbei­tete sie zudem für fran­zö­si­sche Kriegs­ge­fan­gene als Kurie­rin. Sie brachte Briefe und Infor­ma­tio­nen in deren Hei­mat. Doch eines Tages wurde sie denun­ziert und von der Gestapo vor­ge­la­den. Obwohl ihr bei Wie­der­ho­lung das KZ drohte, arbei­tete sie auch wei­ter­hin im Widerstand.

Nach dem Krieg stu­dierte sie in den USA, arbei­tete für die evan­ge­li­sche Kir­che in Frank­furt, Lon­don, Wien und Sizi­lien. Sie setzte sich dabei immer für Flücht­linge, Not­lei­dende und Min­der­hei­ten ein.

Über ihr Leben vol­ler Enga­ge­ment schwieg sie beharr­lich, hatte sie doch das Gefühl, nicht genug getan zu haben. Nur wenn man sie aus­drück­lich fragte, sprach sie darüber.

Dies taten Petra Bona­vita und Die­ter Maier. So durf­ten die Bei­den nach Ludolphs Tod auch ihre Tag­bü­cher und Doku­mente aus­wer­ten. So ent­stand das Buch: Erica Ludolph. Juden­ret­te­rin und Widerstandskämpferin.

Ihre in vier Spra­chen geschrie­be­nen Tage­bü­cher zei­gen sie als eine gebil­dete Welt­bür­ge­rin, die von Ängs­ten ver­folgt war. Freun­din­nen hat­ten mit ihr dar­über dis­ku­tiert, ihr Leben auf­zu­schrei­ben. Sie spielte mit die­sem Gedan­ken. Dazu kam es aber nicht.

Bona­vita und Maier las­sen sie weit­ge­hend mit ihren in den Tage­bü­chern hin­ter­las­se­nen Wor­ten sprechen.

Die­ses Buch ist die erste Bio­gra­fie über Erica Ludolph. Gezeich­net wird darin ein ebenso ein­drück­li­ches wie detail­lier­tes Mosaik einer Epo­che, deren Ein­fluss bis zur heu­ti­gen Zeit nach­wirkt. Was sie und andere getan haben, ist bei­spiel­haft: Auch unter extre­men Bedin­gun­gen ist Wider­stand möglich.

Ein Beitrag zur diesjährigen “Anne-Frank-Woche”

Márta Rad­nai — die Geschichte einer jun­gen unga­ri­schen Jüdin.

Eine Koope­ra­tion unse­rer Stif­tung mit der Musik­schule Frankfurt

Márta Rad­nai war 19 Jahre alt, als sie — durch die eigene Flucht aus dem Todes­marsch — im April 1945 wie­der ein freier Mensch wurde. Doch ihre Fami­lie wurde in Auschwitz-Birkenau ermor­det. Sie ging nicht zurück in ihre Hei­mat­stadt Cluj, son­dern stran­dete nun förm­lich in Bel­gien und hei­ra­tete in Brüs­sel einen akti­ven Wider­stands­kämp­fer, der aber 1944 auch nach Ausch­witz depor­tiert wor­den war.

Márta Rad­nai war im Laufe von elf Mona­ten in sechs ver­schie­de­nen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern und Außen­stel­len — u.a. im Herbst 1944 auch in der KZ-Außenstelle Wall­dorf, um auf dem Gelände des Frank­fur­ter Flug­ha­fens erste beto­nierte Roll­bah­nen zu bauen.

Aus einem ein­drucks­vol­len Inter­view, das sie 1996 der bel­gi­schen Ausch­witz Stif­tung gab, wer­den Texte gele­sen, Foto­gra­fien gezeigt und das “Salon­or­ches­ter con brio” unter der Lei­tung von Mar­kus Rölz spielt in ver­schie­de­nen Pas­sa­gen “Lebens­me­lo­dien” und ein­zelne andere Kom­po­si­tio­nen ergän­zend zum Text.

Die Texte wer­den gele­sen von Mit­wir­ken­den unse­rer Stif­tung: Anne Gnadt, Cor­ne­lia Rüh­lig, Lea Anthes, Niko­lett Burd, Jule Göbel und Sanja Jankovic.

Don­ners­tag, 11. Juni 2026, 19:30

Ort: Foyer der Zen­tral­bi­blio­thek Frankfurt

Hasen­gasse 4, 60311 Ffm (U-Bahn-Station Konstablerwache)

Ein­tritt frei.

“Ich wand´re durch Theresienstadt…”

Ein ganz beson­de­rer Abend im Horváth-Zentrum:

Der bekannte Schau­spie­ler Roman Knižka liest Texte und Erin­ne­run­gen an das Ghetto Theresienstadt.

Das Blä­ser­quin­tett Opus 45 (Mit­glie­der der Ham­bur­gi­schen Staats­oper, Dresd­ner Phil­har­mo­nie u.a.) spie­len Musik von Kom­po­nis­ten, die in The­re­si­en­stadt inhaf­tiert waren.

40–50 Schüler*innen der Bertha-von-Suttner-Schule über­neh­men den Sprech­chor aus der Kin­der­oper “Brun­dibar”, die in The­re­si­en­stadt über 50 mal auf­ge­führt wurde.

Und Edith Erbrich, die als sie­ben­jäh­ri­ges Kind von Frank­furt nach The­re­si­en­stadt depor­tiert wurde, spricht über ihre eige­nen Erin­ne­run­gen an die­ses Ghetto.

Sams­tag, 25 April 2026, 19 Uhr im Horváth-Zentrum

(mit Pause)

Fam.-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

141.000 Jüdin­nen und Juden waren von 1941 bis1945 in The­re­si­en­stadt inhaf­tiert — dar­un­ter 15.000 Kin­der — nur 132 von ihnen überlebten.

Wir dan­ken der “Part­ner­schaft für Demokratie”/Bundesprogramm “Demo­kra­tie leben” für finan­zi­elle Förderung.

Pres­se­be­richte

Projekt für Oberstufenschüler*innen: Rechtspopulismus Rechtsextremismus — deutsch-deutscher Vergleich (Rhein-Main-Gebiet und Erfurt)

Sonn­tag, den 1. März 2026, 15 Uhr die Projektteilnehmer*innen berichten

Ort: Horváth-Zentrum, Fam.-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

Gesprä­che mit einem Thü­rin­ger Leis­tungs­kurs “Sozi­al­kunde” — im sog. Fish Bowl-Format, Nov. 2025

Der Ein­stieg in das mehr­mo­na­tige Pro­jekt begann mit Vor­trä­gen und Gesprä­chen zum Thema “Rechts­ex­tre­mis­mus” sowie zur “AfD und die gesell­schaft­li­che Mitte”, mit einer Fahrt zum “Point Alpha” (ehe­ma­lige deutsch-deutsche Grenze), dem Besuch der Groß­markt­halle Frank­furt (Depor­ta­ti­ons­ort der Frank­fur­ter Jüdin­nen und Juden), einer Füh­rung an der KZ-Außenstelle Wall­dorf mit einem dort anschlie­ßen­den “Shabbes-Abend” und Gesprä­chen zur jüdi­schen Kul­tur und Aspek­ten des Anti­se­mi­tis­mus heute. Zusätz­lich wur­den Texte zu Demo­kra­tie und Dik­ta­tur gele­sen, das Grund­ge­setz und der Begriff “Frei­heit” dis­ku­tiert. Auf die­ser Grund­lage fuhr die Pro­jekt­gruppe eine Woche in Thü­rin­gens Lan­des­haupt­stadt Erfurt, um dort mit ver­schie­de­nen Fach­leu­ten zu unse­ren The­men zu spre­chen: Mitarbeiter*innen der Bera­tungs­stelle für Opfer rech­ter Gewalt, Flücht­lings­rat, Migra­ti­ons– und Inte­gra­ti­ons­zen­trum, aber auch der Besuch eines ehe­ma­li­gen Stasi-Gefängnisses, der Gedenk­stätte Andre­as­straße, Gesprä­che mit Zeit­zeu­gen (Fried­li­che Revo­lu­tion und ehem. Häft­ling) etc. Die Schüler*innen wer­den viel­fäl­tig davon berichten.

Eine Koope­ra­tion der Margit-Horváth-Stiftung mit der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf.

Pres­se­be­richt zur Pro­jekt­prä­sen­ta­tion im Horváth-Zentrum

Wir dan­ken der “Part­ner­schaft für Demo­kra­tie” für die fian­zi­elle Unterstützung!

Neue Publikation: Präsentiert als szenische Lesung: Márta Radnai — die Geschichte einer jungen ungarischen Jüdin

Sonn­tag 25. Januar 2026, 16 Uhr im Horváth-Zentrum

Eine gemein­same Ver­an­stal­tung mit der christ­lich– jüdi­schen Gesell­schaft Frank­furt

Musi­ka­li­sche Umrah­mung; Irith Gabriely

Márta Rad­nai war 19 Jahre alt, als sie in der KZ-Außenstelle Wall­dorf inhaf­tiert war. Kurz vor ihrer Depor­ta­tion im Mai 1944 legte sie in Kolozs­vár noch ihr Abitur ab. Sie liebte die unga­ri­sche Lyrik; ihr Jugend­traum war es, unga­ri­sche Lite­ra­tur zu stu­die­ren und eines Tages zu lehren.

Doch dazu kam es nie.

Sie wurde in sechs ver­schie­dene Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger depor­tiert. Nach ihrer Befrei­ung lebte sie in Brüs­sel, hei­ra­tete einen jüdi­schen Wider­stands­kämp­fer, der eben­falls in ver­schie­dene Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger depor­tiert wor­den war — wie sie zunächst nach Auschwitz.

1996 gab sie der bel­gi­schen Auschwitz-Stiftung ein ein­drucks­vol­les Inter­view, das nun der Haupt­be­stand­teil die­ses Buches ist — viel­fäl­tig ergänzt durch his­to­ri­sche Hin­ter­grund­in­for­ma­tion zur dama­li­gen Situa­tion in Rumä­nien und Ungarn, zu Fra­gen der Inte­gra­tion und Aus­gren­zung, der Rolle des Juden­ra­tes und auch zu Aspek­ten der Erin­ne­rung von Holocaustüberlebenden.

Die Prä­sen­ta­tion des deut­schen Tex­tes über­neh­men Anne Gnadt und Cor­ne­lia Rüh­lig, Auto­rin des Buches.

Pres­se­be­richt­er­stat­tung

Das Buch (124 S., reich bebil­dert) wird her­aus­ge­ge­ben von unse­rer Stif­tung in Koope­ra­tion mit der bel­gi­schen Auschwitz-Stiftung.

Im Mai 2026 soll es in fran­zö­si­scher und eng­li­scher Spra­che in Brüs­sel gemein­sam von uns prä­sen­tiert werden.

Die deut­sche Edi­tion ist bei der Margit-Horváth-Stiftung erhält­lich unter info@margit-horvath.de, in den ört­li­chen Museen oder zu bestel­len unter der ISBN-Nr.: 978–3-9825885–1-3. Ver­kaufs­preis: 20.- €

Wir freuen an die­sem Tag wie­der ein­mal mit der Gesell­schaft für christlich-jüdische Zusam­men­ar­beit Frank­furt koope­rie­ren zu können.

Musi­ka­lisch umrahmt wird die Ver­an­stal­tung von der bekann­ten Kla­ri­net­tis­tin Irith Gabri­ely, der “Queen of Klezmer”.

Was ist los im Iran?

Aus aktu­el­lem Anlass:

Ein Podi­ums­ge­spräch mit Ali Sadrz­a­deh,

der wohl kom­pe­ten­teste Iran-Journalist und
Buch­au­tor im Rhein-Main-Gebiet

Mode­ra­tion: Ulrike Holler

Sonn­tag, den 18. Januar 2026, 16 Uhr

Ort: Horváth-Zentrum, Familie-Jürges-Weg 1     

64546 Mörfelden-Walldorf

Ali Cha­menei ver­kün­det die totale Repression

Seit Beginn der lan­des­wei­ten Pro­teste im Iran mel­dete sich der mäch­tigste Mann Lan­des zwei­mal aus sei­nem Versteck. 

Am 13. Tag nach den gro­ßen Demons­tra­tio­nen in allen Groß­städ­ten des Lan­des gab es bei ihm einen Ton­wech­sel: Dies war das Ende der Dif­fe­ren­zie­rung und angeb­li­cher Dialogbereitschaft. 

Die Phase der Unter­schei­dung zwi­schen „Demons­trie­ren­den“ und „Ran­da­lie­rern“ war nun ver­bal been­det. Alle Pro­tes­tie­ren­den erklärte Cha­menei zu „Schäd­lin­gen“, die man hart bekämp­fen müsse. Er sen­dete damit eine klare Bot­schaft an die Sicher­heits­or­gane: Ihr habt nun genug Hand­lungs­spiel­raum für harte und flä­chen­de­ckende Repression.

Sein Regime steht unter mas­si­vem Druck aus dem Inne­ren ebenso wie aus dem Aus­land. Des­halb erteilte er einen fina­len Befehl zum gewalt­sa­men Vor­ge­hen für eine „hei­lige Verteidigung“.

Kurz vor die­ser Anspra­che wurde das Inter­net im gan­zen Land völ­lig abgeschaltet.

Tele­fo­nate in den Iran sind seit­dem nicht mehr mög­lich. Flug­ver­bin­dun­gen nach und aus Tehe­ran sind unterbrochen.

Wie viele Todes­op­fer, Ver­letzte und Fest­nah­men es gege­ben hat, lässt sich nun nicht mehr beziffern.

Es ist ein Auf­stand gegen die zuneh­mende Armut und eine umfas­sende poli­ti­sche Unter­drü­ckung, die von einer über­wie­gen­den Mehr­heit der ira­ni­schen Bevöl­ke­rung unter­stützt wird.

Die Isla­mi­sche Repu­blik hat seit ihrem Beste­hen vor vier Deka­den meh­rere große Pro­test­wel­len erlebt, doch die jüngste unter­schei­det sich von den vor­an­ge­gan­ge­nen in vie­ler­lei Hinsicht.

Wohin geht die­ser soge­nannte isla­mi­sche Got­tes­staat? Wie lange kann sich der 86-jährige Herr­scher noch halten?

Wel­che Sze­na­rien sind für die Zukunft denkbar?

Diese Fra­gen wol­len wir in unse­rer Ver­an­stal­tung am 18. Januar um 16 Uhr im Horváth-Zentrum mit dem bekann­ten Jour­na­lis­ten und Buch­au­tor Ali Sadrz­a­deh zu beant­wor­ten versuchen.

Gedenkkonzert im Horváth-Zentrum

Sonn­tag, den 17. August 2025, 19 Uhr

Horváth-Zentrum, Fam.-Jürges-Weg 1

64546 Mörfelden-Walldorf

Ein­tritt frei– um Spen­den wird gebeten.

Die Pia­nis­ten Olga Che­lova und Gri­gory Gruz­man spie­len m Rah­men des “Mör­fel­der Musik­fes­ti­vals” und der „Inter­kul­tu­rel­len Wochen“ im Horváth-Zentrum Werke von Kom­po­nis­ten, die in Ausch­witz 1944 ermor­det wurden:

Pavel Haas (1899–1944): Der in Brünn gebo­rene tsche­chi­sche Kom­po­nist ist ein bedeu­ten­der Schü­ler von Leos Janácek. Seine Kom­po­si­tio­nen rei­chen von der Roman­tik über Jugend­stil bis hin zur Folk­lore. 1941 wird Haas ins Ghetto The­re­si­en­stadt depor­tiert. Dort kom­po­nierte er u.a. seine „Stu­die für Streich­or­ches­ter“ oder auch die „Vier Lie­der nach den Wor­ten chi­ne­si­scher Poe­sie“. 1944 wird er in den Gas­kam­mern des KZ Ausch­witz umgebracht.

Gideon Klein (1919–1945): Der tsche­chi­sche Kom­po­nist besuchte seit dem 12. Lebens­jahr das Kon­ser­va­to­rium in Prag mit her­vor­ra­gen­dem Abschluss 1939 am Kla­vier. Nach sei­ner Depor­ta­tion nach The­re­si­en­stadt hatte er als Pia­nist und Kom­po­nist wesent­li­chen Ein­fluss auf die Musik im Ghetto. Im Alter von 25 Jah­ren wird er nach Ausch­witz depor­tiert und ermordet.

Hans Krása (1899–1944): Der in Prag gebo­rene Hans Krása lernt schon als Kind Kla­vier und Vio­line und stu­diert an der Deut­schen Aka­de­mie für Musik und dar­stel­lende Kunst. Mit den Orches­ter­lie­dern op.1 nach Tex­ten von Chris­tian Mor­gen­stern erlebt er 1921 sei­nen ers­ten Erfolg als Kom­po­nist. Seine berühmte Kin­der­oper “Brun­di­bär” wird wegen Aus­bruchs des Zwei­ten Welt­krie­ges erst­mals 1941 in einem Wai­sen­haus nur pri­vat gespielt. 1942 depor­tierte man Krása ins Ghetto The­re­si­en­stadt. Dort wird „Brun­di­bär“ von KZ-Häftlingen über 50 x auf­ge­führt. 1944 wird Krása zusam­men mit Pavel Haas und Vik­tor Ull­mann nach Ausch­witz depor­tiert und ermordet.

Vik­tor Ull­mann (1898–1944): Er ist in Teschen (Polen) gebo­ren, besucht ab 1909 das Gym­na­sium in Wien und nimmt 1918 am Arnold Schön­bergs Kompositions-Seminar teil. Er ist ein aus­ge­zeich­ne­ter Pia­nist. Große Auf­merk­sam­keit erfährt er 1929 mit Schönberg-Variationen beim Gen­fer Musik­fest der Gesell­schaft für neue Musik. 1942 wird Ull­mann ins Ghetto The­re­si­en­stadt depor­tiert; auch dort kom­po­niert er sehr viel. Am 16. Okto­ber 1944 kommt er nach Ausch­witz und wird ermordet.

Fotos von der Ver­an­stal­tung: Prof. Gri­gory Gruz­man und Olga Che­lova — Pres­se­be­richt

Die Woche der Kinderrechte: Über eigene Raptexte beschäftigen sich die Kinder mit Art. 6 und 27: Das Recht auf ein gutes Leben

Ein Radio­pro­jekt mit Schüler*innen der Frank­fur­ter Bürgermeister-Grimm-Schule.

Die Teilnehmer*innen der Pro­jekt­wo­che im Schul­ge­lände vor einer Sprech­probe. Foto: priv.

Am Mor­gen des 2. Juni 2025 begann die Pro­jekt­wo­che. Die Kin­der erzäh­len von ihren Hob­bies, beschäf­ti­gen sich mit den Kin­der­rech­ten, ent­wi­ckeln eigene Stich­wör­ter dazu, um sich klar zu machen, was ein ein­zel­nes Recht prak­tisch bedeu­tet. Auf einem gro­ßen Blatt malen sie Dinge, von denen sie träu­men. Mit dem Frank­fur­ter Rap­per Brian Hüch­te­b­rock wer­den die Kin­der im Laufe der Woche eigene Texte für einen Rap-Song schreiben.

Kin­der und Jugend­li­che zeich­nen auf einem gro­ßen Blatt ihre eige­nen Wün­sche und Träume. Foto: priv.

Diese ein­zel­nen Teile wer­den anschlie­ßend zu einem Rap zusam­men­ge­setzt plus einem Refrain, bei dem im Hin­ter­grund meh­rere wie ein Chor singen.

Was sich hier ein­fach anhört, ist alles andere als das: Wel­ches Thema soll ich wäh­len? Acht Zei­len sol­len es sein. Sie sol­len sich rei­men. Alles muss im Rhyth­mus zu dem Beat pas­sen, den der Rap­per Brian mit­ge­bracht hat. — Ein­zelne ver­su­chen sich spon­tan gleich daran. Sie hören in ihrer Frei­zeit viel Rap, haben den Rhyt­mus und viele Lied­texte intus. Wer selbst nicht schrei­ben kann und viel­leicht auch nur schwer lesen, ist im Tex­ten alles andere als geübt und ver­traut. Die Bürgermeister-Grimm-Schule ist eine För­der­schule. Der jüngste Teil­neh­mer im Pro­jekt ist 10 Jahre alt.

Die 15-jährige Ilary beim Tex­ten. Sie hört in ihrer Frei­zeit gerne eng­li­schen und ita­lie­ni­schen Rap. Foto: priv.

Die Leh­re­rin­nen Ellen Rei­mann, Caro Cor­tese, die Refe­ren­da­rin Nata­lie Tave­ras und Sozi­al­as­sis­ten­tin­nen bie­ten Hilfe an, notie­ren die Gedan­ken der Kin­der und spre­chen zugleich nun im Kon­kre­ten über die Zusam­men­hänge zwi­schen eige­nen Nöten, Träu­men, Wün­schen und dem Inhalt der dies­jäh­ri­gen Kin­der­rechte: Das Recht auf Leben und das Recht auf Unter­stüt­zung dort, wo sie für wich­tige Dinge gebraucht wird.

An den fol­gen­den Tagen wird wei­ter am Text gear­bei­tet, die Reime ver­bes­sert, schließ­lich ein ers­tes Mal vor der Gruppe vor­ge­sun­gen. Zu Brian haben die Kin­der Ver­trauen ent­wi­ckelt. Sie freuen sich, wenn er sich für sie Zeit nimmt, neh­men Anre­gun­gen auf und haben erstaun­li­cher­weise auch keine Scheu, nun ihre Rap­texte vorzutragen.

Angelo über­ar­bei­tet mit dem Rap­per Brian erste Text­ent­würfe. Gemein­sam pro­bie­ren sie, ob dies auch zum Rhyth­mus des Beat passt. Foto: priv.

Unser Ziel war es, inner­halb einer Woche ein gemein­sa­mes Pro­dukt — ihren Rap-Song zu erar­bei­ten und aufzunehmen.

Frei­tag, 6. Juni, an unse­rem letz­ten Pro­jekt­tag, waren wir im Stu­dio von RadioX, erzähl­ten in einer ein­stün­di­gen Live-Sendung von der Arbeit und Ent­wick­lung unse­res Pro­jek­tes, wer wir sind, warum wir gerne rappen …

RadioX kön­nen Sie hier in der Region auf UKW 91,8 hören. Eine Woche ist die Sen­dung in deren Media­thek eingestellt.

Die Margit-Horváth-Stiftung unter­stützte die­ses Pro­jekt sehr gerne. Cor­ne­lia Rüh­lig, Vor­sit­zende der Stif­tung, berei­tete mit den Kin­dern und Jugend­li­chen die Radio­sen­dung vor und mode­rierte am 6. Juni 2025.

RadioX Sen­dung vom 6. Juni 2025: Eigene Raps zu Kin­der­rech­ten und Inter­views mit allen Beteiligten

Schüler*innenprojekt: Die Rolle Schwedens im Zweiten Weltkrieg und aktuelle Entwicklungen bzgl. Rechtspopulismus in diesem Land

Im Novem­ber 2024 führ­ten wir mit Oberstufenschüler*innen in Stock­holm ein ein­wöch­ti­ges Pro­jekt durch.

Einige der Teilnehmer*innen leg­ten in den letz­ten Mona­ten ihr Abitur ab. Nun aber prä­sen­tie­ren sie gerne bei uns im Horváth-Zentrum ihre Ein­drü­cke und Erfahrungen:

Schwe­den - wel­che Rolle spielte es im Zwei­ten Welt­krieg? Man sagt, das Land sei “neu­tral” gewe­sen. Was aber heißt das?

Und was ent­wi­ckelt sich heute in Schweden?

Wel­chen Ein­fluss hat die rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei der “Schwedendemokraten”?

Wel­che Poli­tik gibt es heute bzgl. der Migrant*innen?

Don­ners­tag, den 15. Mai 2025 um 18:30 im Horváth-Zentrum

wer­den die Oberstufenschüler*inne ihre Ergeb­nisse und Ein­drü­cke von die­sem Pro­jekt in Schwe­den präsentieren.

Adresse: Familie-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

Wir bedan­ken uns sehr herz­lich bei dem Lions Club Frank­furt Goe­the­stadt, dass sie die­ses Pro­jekt groß­zü­gig bezu­schusst und damit auch erst mög­lich gemacht haben. Finan­ziert haben sie vor allem ein Denk­mal, das wir ent­wi­ckelt und gemein­sam in Schwe­den eröff­net haben — am Stand­ort eines ehe­ma­li­gen Inter­nie­rungs­la­gers, in dem u.a. Her­bert Weh­ner und Imma­nuel Birn­baum inhaf­tiert waren und das spä­ter als ein ers­tes Auf­fang­la­ger für ehe­ma­lige KZ-Häftlinge genutzt wurde — so auch für einige junge unga­ri­sche Jüdin­nen, die 1944 in der KZ-Außenstelle Wall­dorf waren.

Unser herz­li­cher Dank gilt zugleich noch­mals auch der “Fach­stelle gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus” in Groß-Gerau. Sie haben die­ses Schüler*innenprojekt eben­falls groß­zü­gig unterstützt.

Die Bertha-von-Suttner-Schule för­derte das Pro­jekt im Rah­men ihres Europa-Schulprogrammes.

Enga­giert und mit viel Eigen­in­ter­esse beschäf­tig­ten sich die Schüler*innen mit den ver­schie­de­nen Fra­ge­stel­lun­gen unse­rer The­ma­tik. Die Schüler*innen der Ber­tha von Sutt­ner Schule, der Prälat-Diehl-Schule und der Ricarda-Huch-Schule wer­den an die­sem Abend ihre viel­fäl­ti­gen Ein­drü­cke und Erfah­run­gen in anschau­li­cher Form dem Publi­kum vor­stel­len und gerne dar­über diskutieren.

Bordeaux und die Aquitaine im Zweiten Weltkrieg

Deut­sche Besat­zung in Frank­reich:  Kol­la­bo­ra­tion, Wider­stand und deut­sche Nachkriegskarrieren

Podi­ums­ge­spräch: Sonn­tag, 4. Mai 2025, 17 Uhr 

 mit Ger­hard Bökel

Rechts­an­walt, Jour­na­list und ehe­ma­li­gem Hes­si­schen  Innen­mi­nis­ter (SPD)

Mode­ra­tion: Ulrike Holler

Horváth-Zentrum

Fam.-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

Ger­hard Bökel lebt seit lan­gem einen Teil des Jah­res in der Region Bor­deaux und hat dort sehr viel im Archiv bzgl. NS-Zeit/deutsche Besat­zung gear­bei­tet und Bemer­kens­wer­tes zutage gefördert.

Zum Bei­spiel: Der Frank­fur­ter Rich­ter Hans Luther war wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs in Bor­deaux als Poli­zei­kom­mis­sar eingesetzt.

 Er war dort für die Depor­ta­tion von Juden, die Ver­fol­gung der Résis­tance und damit ver­bun­dene Gei­sel­er­schie­ßun­gen verantwortlich. 

Nach dem Krieg wurde er den­noch wie­der Rich­ter in Hessen.

 Bökel beschreibt auch, wie der hes­si­sche Gene­rals­staats­an­walt Fritz Bauer ver­geb­lich ver­suchte, Luther zur Rechen­schaft zu ziehen.

Bökel beschreibt das viel­fäl­tige deut­sche Lager­sys­tem auf fran­zö­si­schem Boden mit Inter­nie­rungs­la­gern und Arbeits– und Gefangenenlagern. 

Bei der Dar­stel­lung der Résis­tance kann er auch auf per­sön­li­che Berichte von Wider­stands­kämp­fern und letz­ten Zeit­zeu­gen zurück­grei­fen, die in einem der letz­ten Trans­porte ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Dachau depor­tiert wur­den – nach einer wochen­lan­gen Odys­see durch Kampf­ge­biete, mit zer­stör­ten Bahn­stre­cken und einem Zwi­schen­auf­ent­halt in der Syn­agoge von Bor­deaux, die von den Besat­zern nach der Zer­stö­rung des reli­giö­sen Mobi­li­ars als Gefäng­nis genutzt wurde.

Eine Ver­an­stal­tung der Margit-Horváth-Stiftung in Koope­ra­tion mit Arbeit und Leben Hes­sen, DGB KV und OV Groß-Gerau, GEW KV Groß-Gerau, Katho­li­sche Betriebs­seel­sorge Rhein-Main, Evan­ge­li­sches Deka­nat Groß-Gerau-Rüsselsheim, Kreis­volks­hoch­schule Groß-Gerau

Ein­tritt frei.