Erica Ludolph: Die Frankfurter Judenretterin und Widerstandskämpferin

Ein Podi­ums­ge­spräch mit Die­ter Maier, Co-Autor der Bio­gra­phie über sie. Mode­ra­tion: Ulrike Holler

Sonn­tag, 12. Juli 2026, 17 Uhr

Margit-Horvath-Zentrum, Familie-Jürges-Weg 1, 64546 Mörfelden-Walldorf

Erica Ludolph (1921 — 2022)

Die Frank­fur­te­rin Erica Ludolph war eine über­zeugte Geg­ne­rin des Nazi-Regimes. Heim­lich unter­stützte sie jüdi­sche Fami­lien mit Lebens­mit­teln oder auch Geld für eine geplante Aus­reise. Dafür fand sie glück­li­cher­weise Unter­stüt­zer und Hel­fer im Kreis der Beken­nen­den Kirche.

Unter gro­ßen Ängs­ten beglei­tete sie zum Bei­spiel die jüdi­sche Mut­ter einer Freun­din bei ihrer Flucht vor der Depor­ta­tion ins KZ.

Mit gefälsch­tem Pass arbei­tete sie zudem für fran­zö­si­sche Kriegs­ge­fan­gene als Kurie­rin. Sie brachte Briefe und Infor­ma­tio­nen in deren Hei­mat. Doch eines Tages wurde sie denun­ziert und von der Gestapo vor­ge­la­den. Obwohl ihr bei Wie­der­ho­lung das KZ drohte, arbei­tete sie auch wei­ter­hin im Widerstand.

Nach dem Krieg stu­dierte sie in den USA, arbei­tete für die evan­ge­li­sche Kir­che in Frank­furt, Lon­don, Wien und Sizi­lien. Sie setzte sich dabei immer für Flücht­linge, Not­lei­dende und Min­der­hei­ten ein.

Über ihr Leben vol­ler Enga­ge­ment schwieg sie beharr­lich, hatte sie doch das Gefühl, nicht genug getan zu haben. Nur wenn man sie aus­drück­lich fragte, sprach sie darüber.

Dies taten Petra Bona­vita und Die­ter Maier. So durf­ten die Bei­den nach Ludolphs Tod auch ihre Tag­bü­cher und Doku­mente aus­wer­ten. So ent­stand das Buch: Erica Ludolph. Juden­ret­te­rin und Widerstandskämpferin.

Ihre in vier Spra­chen geschrie­be­nen Tage­bü­cher zei­gen sie als eine gebil­dete Welt­bür­ge­rin, die von Ängs­ten ver­folgt war. Freun­din­nen hat­ten mit ihr dar­über dis­ku­tiert, ihr Leben auf­zu­schrei­ben. Sie spielte mit die­sem Gedan­ken. Dazu kam es aber nicht.

Bona­vita und Maier las­sen sie weit­ge­hend mit ihren in den Tage­bü­chern hin­ter­las­se­nen Wor­ten sprechen.

Die­ses Buch ist die erste Bio­gra­fie über Erica Ludolph. Gezeich­net wird darin ein ebenso ein­drück­li­ches wie detail­lier­tes Mosaik einer Epo­che, deren Ein­fluss bis zur heu­ti­gen Zeit nach­wirkt. Was sie und andere getan haben, ist bei­spiel­haft: Auch unter extre­men Bedin­gun­gen ist Wider­stand möglich.