Allgemein

Ein Zeichen der Hoffnung

Der “World Uni­ver­sity Ser­vice” bie­tet Stu­die­ren­den aus Kriegs­ge­bie­ten Hilfe, Unter­stüt­zung und zahl­rei­che prak­ti­sche Ange­bote vom Semi­nar bis zur online-Universität

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Podi­ums­ge­spräch mit dem Vor­sit­zen­den der deut­schen Sek­tion: Dr. Kam­biz Ghawami

“Wir appel­lie­ren des­halb erneut an Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nancy Fae­ser: Gewäh­ren Sie inter­na­tio­na­len Stu­die­ren­den, die aus der Ukraine flie­hen muss­ten, einen ver­gleich­ba­ren Schutz­sta­tus zu dem geflo­he­ner ukrai­ni­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger. Räu­men Sie ihnen die auf­ent­halts­recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein, ihr Stu­dium in Deutsch­land in Ruhe und Sicher­heit fort­set­zen zu kön­nen,” heißt es in einer Pres­se­er­klä­rung der WUS.

Der World Uni­ver­sity Ser­vice (WUS) steht für das „Men­schen­recht auf Bil­dung“.

Dies umfasst umfang­rei­che Hil­fen für inter­na­tio­nale Stu­die­rende — auch nach Krieg und Kata­stro­phen. Ange­bo­ten wer­den bil­dungs­po­li­ti­sche Pro­jekte, Beglei­tung und Bera­tung nicht nur in Deutsch­land, son­dern in vie­len Tei­len der Erde.

Neu ist der­zeit die Pla­nung einer online-Exil-Universität für afgha­ni­sche Stu­die­rende, da im eige­nen Land das Bil­dungs­an­ge­bot durch die Tali­ban auf reli­giöse Unter­wei­sung (Indok­tri­na­tion) redu­ziert wurde und Mäd­chen nur bis zum 12. Lebens­jahr eine Schule besu­chen dür­fen. Die Dozen­ten für das digi­tale Ange­bot sind afgha­ni­sche Exil-WissenschaftlerInnen. Sie koope­rie­ren mit aus­län­di­schen Uni­ver­si­tä­ten, um den online-Studierenden in Afgha­nis­tan oder in Flücht­lings­la­gern aner­kannte uni­ver­si­täre Abschlüsse zu ermög­li­chen. Geplant sind 5.000 Stu­di­en­plätze für Geis­tes– und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, für Betriebs­wirt­schaft und Infor­ma­tik. Finan­ziert wer­den soll diese Uni von der Euro­päi­schen Kom­mis­sion und der Bundesregierung.

WUS enga­giert sich auch für rund 60.000 inter­na­tio­nale Stu­die­rende (aus Indien, Marokko, Ägyp­ten, Nige­ria, Turk­me­nis­tan, Aser­baid­schan), die in der Ukraine stu­dier­ten, aber nun wegen des rus­si­schen Angriffs­krie­ges nach Deutsch­land oder in die EU flie­hen muss­ten. Stu­die­rende mit ukrai­ni­schem Pass erhal­ten vor­über­ge­hen­den Schutz in der EU, doch diese jun­gen Men­schen aus ande­ren Staa­ten erhal­ten keine Auf­ent­halts­er­laub­nis. Sie wer­den zur zeit­na­hen Aus­reise in ihre Her­kunfts­län­der auf­ge­for­dert. Viele aber kön­nen aus finan­zi­el­len oder ande­ren Grün­den nicht in der Hei­mat stu­die­ren. Die WUS for­dert des­we­gen eine euro­päi­sche Initia­tive, um allen geflo­he­nen Stu­die­ren­den aus der Ukraine den Auf­ent­halt und einen Stu­di­en­platz zu ermöglichen.

Pro­jekte des 1920 gegrün­de­ten World Uni­ver­sity Ser­vice fin­den große inter­na­tio­nale Aner­ken­nung und wer­den immer wie­der als vor­bild­lich und nach­hal­tig ausgezeichnet.

Neues Video: Interview mit Márta Radnai, Überlebende der KZ Außenstelle Walldorf

Márta Rad­nai war 17 Jahre alt, als sie im Wall­dor­fer Lager inhaf­tiert war.Leider konn­ten wir sie nicht mehr per­sön­lich ken­nen­ler­nen. Doch die Prä­sen­ta­tion des Videos, ver­bun­den mit ein­ge­spro­che­nen Dia­lo­gen und Fotos, gibt einen außer­ge­wöhn­lich prä­zi­sen Ein­blick in ihre Geschichte.

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Márta Rad­nai ist 1925 in Cluj (ungar. Kolozs­vár, dtsch. Klau­sen­burg) gebo­ren. Ihre Eltern haben sich schei­den las­sen, als sie drei Jahre alt war. Als Ein­zel­kind wuchs Márta mit der Mut­ter auf. Bil­dung spielte zu Hause eine große Rolle. Reich waren sie nicht. Die Mut­ter gab pri­vat Nach­hil­fe­un­ter­richt, so auch Márta ab einem bestimm­ten Alter, um etwas dazu zu ver­die­nen. Beson­ders gläu­big waren sie nicht.

Im Mai 1944 wird Márta zusam­men mit ihrer Mut­ter nach Ausch­witz depor­tiert. Ein­drucks­voll beschreibt Márta die grau­en­vol­len Ver­hält­nisse im Wag­gon. Gleich nach der Ankunft wird die Mut­ter ermordet …

Das mehr­stün­dige Inter­view wurde im Okto­ber 1996 von der Ausch­witz Stif­tung in Brüs­sel auf­ge­nom­men; erst kürz­lich haben wir die­ses erhal­ten. Aus­züge dar­aus wol­len wir Ihnen an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Sonn­ta­gen prä­sen­tie­ren, ergänzt durch ein­ge­spro­chene Dia­loge und Fotos. Abschlie­ßen wer­den wir dies mit der Ent­hül­lung des Fotos von Márta Rad­nai auf einer der Glas­wände des Hor­váth Zentrums.

“Mit dem Teufel im Bunde” Zauberglaube und Hexenprozesse

Unser Podi­ums­gast Peter Gbi­orczyk war nach dem Stu­dium der Ev. Theo­lo­gie Stadt­ju­gend­pfar­rer in Marburg/Lahn, Gemein­de­pfar­rer in Bue­nos Aires (Argen­ti­nien) und von 1989 bis zum Ein­tritt in den Ruhe­stand Dekan des Kir­chen­krei­ses Hanau-Land. Er hat eine umfas­sende Stu­die zur The­ma­tik des Podi­ums­ge­sprächs erarbeitet.

Seit Mitte des 15. Jahr­hun­derts sind in Europa min­des­tens 40.000 Men­schen, zu acht­zig Pro­zent Frauen, der ver­meint­li­chen Hexe­rei ver­däch­tigt, vor welt­li­chen Gerich­ten ange­klagt, durch Fol­ter zu Geständ­nis­sen gebracht und nach Todes­ur­tei­len ver­brannt, geköpft oder ertränkt wor­den. Es waren die Zei­ten der Pest, von Krie­gen oder auch des Kli­ma­wan­dels (kleine Eis­zeit). Die ver­reg­ne­ten Som­mer führ­ten zu Ern­te­aus­fall und so zu all­ge­mei­nem Elend.  Als Ursa­che ver­mu­tete man Zau­be­rei, durch die die Gesund­heit von Mensch und Tier geschä­digt und auch das Wet­ter beein­flusst wor­den sei. 

Ver­däch­tigt mit dem Teu­fel im Bunde zu ste­hen, wur­den Men­schen bei der Obrig­keit ange­zeigt — vor allem von Nach­barn, von der Fami­lie oder auch von der „gan­zen Gemeinde“. Kirch­li­che Gre­mien such­ten nach dem Vor­kom­men von Got­tes­läs­te­run­gen, fal­schen Segens­sprü­chen oder Glo­cken­ge­läut gegen Unwet­ter; das galt als Aberglaube.

Gbi­orczyk wird aus­führ­lich aus Ver­hör­pro­to­kol­len und Pro­zess­ak­ten der Gerichte zitie­ren. Er gibt dabei aber auch tie­fere Ein­bli­cke in ein­zelne Schick­sale. Er beschreibt die Pra­xis der welt­li­chen Obrig­keit und der Kir­che, die beide an Ver­füh­run­gen durch den Teu­fel und an die Not­wen­dig­keit der Todes­strafe für ver­meint­li­che Ver­ur­sa­cher des Unglücks glaubten.

Rezen­sion des Buches “Zau­ber­glaube und Hexen­pro­zesse in der Graf­schaft Hanau-Münzenberg im 16. und 17. Jahr­hun­dert” von Peter Gbi­orczyk in der FAZ vom 15. Novem­ber 2021

Livesendung mit Grundschulkindern bei RadioX zum Thema: Krieg und Flucht

Am Bei­spiel: Ukraine, Iran und Afghanistan

Im Stu­dio von RadioX: Kurz bevor die Sen­dung star­tet: Der Ton­tech­ni­ker Leon, die Kin­der (v.l.n.r.) Malak, Hiba, Sara und rechts Cor­ne­lia Rüh­lig, Mar­git Hor­váth Stif­tung, 27. Mai 2022

Ange­regt durch eine Aus­schrei­bung des Frank­fur­ter Kin­der­bü­ros über­leg­ten wir, in wel­cher Form wir uns mit Grund­schul­kin­dern des Kin­der­hau­ses Gries­heim mit die­ser The­ma­tik beschäf­ti­gen könn­ten. Rasch war klar, dass wir den Kin­dern Gesprä­che mit Betrof­fe­nen, mög­lichst jün­ge­ren Flücht­lin­gen bzw. Asy­lan­ten ermög­lich woll­ten und dass diese selbst­ver­ständ­lich vor– und nach­be­rei­tet wer­den müss­ten. Die Aus­schrei­bung des Kin­der­bü­ros zielte dar­auf ab, aus der UN-Kinderrechtskonvention den Kin­dern die Arti­kel zu ver­mit­teln, die sich auf Krieg und Flucht bezie­hen (§ 22 und 38).

Alle Gesprächspartner*innen baten wir, nicht nur vom Grauen des Krie­ges und den Schwie­rig­kei­ten der Flucht zu erzäh­len, son­dern zugleich auch über die Schön­hei­ten des Hei­mat­lan­des zu spre­chen, typi­sche Spei­sen mit­zu­brin­gen und auch ein Lied, das für sie beson­ders wich­tig ist. Mit ein­drucks­vol­lem Inter­esse und Auf­merk­sam­keit nah­men die Kin­der die Schil­de­run­gen unse­rer Gäste auf. Kein Detail ent­ging ihnen.

Und als wir schließ­lich am 27. Mai 2022 ins Stu­dio von RadioX gin­gen um eine Live­sen­dung zu pro­du­zie­ren, war es für die Kin­der kei­ner­lei Schwie­rig­keit über diese The­men frei zu spre­chen und auch auf alle Fra­gen spon­tan zu ant­wor­ten. Dazwi­schen wur­den zahl­rei­che Aus­schnitte aus unse­ren Gesprä­chen mit Josef aus der Ukraine, der jun­gen Ira­ne­rin Maria und Fatima aus Afgha­nis­tan sowie deren Lieb­lings­lie­der eingespielt.

Doch hören Sie selbst. Die drei Grund­schü­le­rin­nen, die alle aus einer tra­di­tio­nell marok­ka­ni­schen Fami­lie stam­men, sind glei­cher­ma­ßen erfri­schend und frag­los auch zutiefst beeindruckend:

Thema: Krieg und Flucht, eine Radio­sen­dung mit Grund­schul­kin­dern bei RadioX, 27. Mai 2022 15 bis 16 Uhr.

Die neue Rechte und ihr Bezug zum Nationalsozialismus

Oberstufenschüler*innen im Gespräch mit Kat­rin Himmler

Oberstufenschüler*innen der Ricarda Huch Schule Drei­eich dis­ku­tie­ren mit Kat­rin Himm­ler, Groß­nichte des ehem. Reichs­füh­rers der SS Hein­rich Himmler

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Seit vie­len Jah­ren arbei­tet die Mar­git Hor­váth Stif­tung eng mit der Ricarda Huch Schule Drei­eich zusam­men. 2015 haben wir fol­ge­rich­tig unter­ein­an­der einen Koope­ra­ti­ons­ver­trag geschlossen.

Die­ses Mal hat Myriam And­res, Geschichts­leh­re­rin die­ser Schule und inzwi­schen auch Mit­glied unse­res Vor­stan­des, mit ihren Schüler*innen den Besuch von Kat­rin Himm­ler inten­siv vor­be­rei­tet durch Lek­türe zahl­rei­cher Texte: Bücher von K. Himm­ler, u.a. Reden A. Hit­lers sowie zahl­rei­che Auf­sätze zur “Neuen Rechten”.

Am 24. Mai waren sie abends ab 18 Uhr bei uns im Hor­váth Zen­trum zu Gast. Ein­gangs refe­rierte Frau Himm­ler mit­hilfe einer Power Point Prä­sen­ta­tion zur aktu­el­len Situa­tion der Neuen Rech­ten. Im Anschluss stell­ten die Oberstufenschüler*innen zahl­rei­che Fra­gen, wobei in die­sem Teil der Ver­an­stal­tung das Inter­esse an ihrer Fami­li­en­bio­gra­phie doch deut­lich über­wog. Da gab es viele, viele Fra­gen, was diese fami­liäre Ver­gan­gen­heit heute für sie bedeu­tet und wie sich dies durch ihre eigene his­to­ri­sche Auf­ar­bei­tung veränderte.

Auf dem Podium; Die Oberstufenschüler*in Patri­zia Falk, Jos­hua Hering und Tobias Wal­ter im Gespräch mit Kat­rin Himmler.

Die Woche der Meinungsfreiheit: 3. — 10. Mai 2021 — Wir sind dabei!

Eine Initiative des Börsenvereins des deutschen Buchhandels
Eine Initia­tive des Bör­sen­ver­eins des deut­schen Buchhandels.

Auch die­ses Jahr betei­ligt sich die Margit-Horváths-Stiftung wie­der an der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” mit täg­lich neuen Arti­keln zur Situa­tion der Presse– und Mei­nungs­frei­heit in jeweils unter­schied­li­chen Län­dern. Angsichts der aktu­el­len poli­ti­schen Lage begin­nen wir mit Bei­trä­gen zu den ost­eu­ro­päi­schen Län­dern Russ­land, Bela­rus und Ungarn. Es wer­den fol­gen: China, Indien Ägyp­ten und Afgha­nis­tan. Wir begin­nen am 3. Mai …

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Am 3. Mai star­te­ten wir unsere täg­li­chen Reports zur “Woche der Mei­nungs­frei­heit” mit einem Bei­trag zur Lage der Pres­se­frei­heit in Ungarn unter dem Titel “Man darf nicht stumm blei­ben!” Den Arti­kel zu UNGARN fin­den Sie hier

Am zwei­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen Arti­kel zur Lage der Pres­se­frei­heit in Bela­rus. Den Report zu BEALRUS kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken Sie hier.

Am 5. Mai ver­öf­fent­lich­ten wir einen Gast­bei­trag von Dr. Kam­briz Gha­wami zur Lage der Mei­nungs­frei­heit und Bil­dung in Afgha­nis­tan. Den Report zu AFGHANISTAN kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken Sie hier.

Am 6. Mai hat­ten wir einen Gast­bei­trag von Gabriele Köh­ler zur Lage der Mei­nungs­frei­heit in Indien. Der Bei­trag zu INDIEN ist wei­ter­hin online. Kli­cken Sie hier.

Am fünf­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen ein­drucks­vol­len Bei­trag zur Lage der Mei­nungs­frei­heit in Russ­land. Auch den Report über RUSSLAND kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken sie hier.

Am 8. Mai hat­ten wir einen aus­führ­li­chen Arti­kel zur Unter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit in Ägyp­ten. Auch den Bei­trag Über ÄGYPTEN kön­nen Sie wei­ter­hin lesen. Kli­cken Sie hier.

Am 7. Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” wird in unse­rem Report beschrie­ben, wel­chen Ein­fluss China auf Medien und Wis­sen­schaft in Europa aus­zu­üben ver­sucht. Den Bei­trag über CHINA fin­den Sie wei­ter­hin hier.

Heute endet die “Woche der Mei­nungs­frei­heit”, d.h. wir brin­gen nun unse­ren letz­ten Beitrag:

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10. Mai: „Der Tag der Bücherverbrennung“

“Arbei­ter Illus­trierte Zei­tung” (AIZ) vom 10. Mai 1933, auf der Titel­seite eine Foto­mon­tage von John Heartfield

Als die Natio­nal­so­zia­lis­ten im April 1933 die Bücher­ver­bren­nung für den 10. Mai vor­be­rei­te­ten, arbei­tete John Heart­field gleich­zei­tig bereits an sei­ner Entgegnung.

Im März 1933 war Heart­field ins Pra­ger Exil geflo­hen. Eine der ers­ten Foto­mon­ta­gen, die er dort für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ) ent­warf, war “Durch Licht zur Nacht.” Seine Foto­mon­tage erschien zeit­gleich mit der Bücher­ver­bren­nung, d.h. am 10. Mai 1933 auf der Titel­seite der AIZ: Vor dem Reichs­tag türmt sich ein Berg mit Büchern. Flam­men schla­gen hoch. U. a. sind Werke von Tho­mas Mann, Lenin, Karl Marx, Egon Erwin Kisch, Erich Maria Remar­que zu erken­nen. Vor dem Schei­ter­hau­fen steht mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger Reichs­pro­pa­gan­da­mi­nis­ter Joseph Goeb­bels. Dar­un­ter das Spruch­band: „Also sprach Dr. Goeb­bels: Lasst uns aufs neue Brände ent­fa­chen, auf dass die Ver­blen­de­ten nicht erwachen!“

 In zahl­rei­chen deut­schen Städ­ten wur­den am 10. Mai 1933 auf gro­ßen öffent­li­chen Plät­zen Schei­ter­hau­fen errich­tet und darin Tau­sende von Büchern ver­brannt. Die Natio­nal­so­zia­lis­ten bezeich­ne­ten dies als “Aktion wider den undeut­schen Geist.“ In ande­ren Städ­ten ging diese Aktion noch einige Wochen wei­ter, dann z.T. auch von der Hitler-Jugend auf Schul­hö­fen durchgeführt.

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wei­ter­le­sen …

Ausstellung anl. des 80. Jahrestages der Wannsee Konferenz: Der Plan der NS-Führung 11 Millionen europäische Jüdinnen und Juden zu ermorden.

Die Aus­stel­lung zeigt an zwei Bei­spie­len, was die Ziel­set­zung der Wann­see Kon­fe­renz kon­kret bedeu­tete: a) am Bei­spiel der jun­gen unga­ri­schen Jüdin­nen, die in der KZ-Außenstelle Wall­dorf inhaf­tiert waren und b) am Bei­spiel der aus Mör­fel­den stam­men­den Fami­lie Oppenheimer-van Bin­gen. Sie wur­den von den Nie­deran­den in das KZ Sobi­bor depor­tiert. Die Toch­ter Trude durfte damals ihre Puppe nicht mit­neh­men. Sie ist nun ein Zen­trum der Ausstellung.

Wir dan­ken Mari­anne Buis­mann, Dick Poort­man, dem Museum Rijs­sen, dem Stadt­ar­chiv Och­trup und der Stadt Mörfelden-Walldorf für ihre große Unterstützung.

Wir dan­ken dem Rotary Club Rüsselsheim/Groß-Gerau für seine groß­zü­gige Spende.

Am 27. Januar wurde die Aus­stel­lung, die eine unge­wöhn­lich ein­drucks­volle Reso­nanz fand, been­det. An die­sem Tag sprach vor­mit­tags um 10 Uhr Eva Sze­pesi, die als 12 jäh­ri­ges Mäd­chen vor 77 Jah­ren in Ausch­witz befreit wurde.

Um 15 Uhr führ­ten wir ein online Gespräch mit fünf jüdi­schen und nicht-jüdi­schen Student*innen durch zur Frage, was die­ser Gedenk­tag für sie als Ange­hö­rige der drit­ten Gene­ra­tion bedeu­tet und wie das Wis­sen um den Holo­caust heute ihr Ver­hal­ten prägt. Die­ses Webi­nar fand in Koope­ra­tion mit der Jüdi­schen Gemeinde Frank­furt und der Gesell­schaft für christlich-jüdische Zusam­men­ar­beit Frank­furt e.V. statt.

18 Uhr fand die Lesung des letz­ten Abschnit­tes aus dem Buch “Die Zer­tren­nung” von Sal­men Gra­dow­ski statt. Gra­dow­ski war pol­ni­scher Jude, im KZ Auschnwitz Bir­kenau inhaf­tiert und dort im sog. Son­der­kom­mando ein­ge­setzt. Er war dort Teil einer Wider­stands­gruppe. Wäh­rend eines Auf­stan­des wurde er erschossen.

Presse

Einen Bei­trag im HR Hör­funk fin­den Sie hier:

Im Blick/rheinmaintv zeigte am 27. Januar 2022 einen Bericht über die Aus­stel­lung und Lesung. Er beginnt unge­fähr ab der fünf­ten Sendeminute.

Die Hessenschau/HR berich­tete über die Lesung von Eva Sze­pesi am 27. Januar 2022 im Hor­váth Zentrum.

Klara Strompf, Mit­glied unse­res Kura­to­ri­ums, erstellte mit eige­nen Fotos ein per­sön­li­ches Video zur Ausstellung.

Blick auf den Asche­hü­gel von Sobi­bor, links die 12 jäh­rige Trude, die dort mit ihrem Bru­der und der Mut­ter ver­gast und ver­brannt wurde. Drei Indi­vi­duen von ca. 250.000 Men­schen, die dort das glei­che erlitten.

Die Aus­stel­lung soll nun auch in Rijssen/Niederlande gezeigt wer­den, in dem Museum, das uns “Tru­des Puppe” als Leih­gabe zur Ver­fü­gung stellte. Geplant ist dafür der­zeit Anfang Mai im Rah­men der dor­ti­gen Befreiungsfeierlichkeiten.

5 Jahre Horváth-Zentrum: Eine Veranstaltung mit Kindern und Enkel*innen von ehemaligen Inhaftierten.

Sonn­tag, 10. Okto­ber 2021, 15 Uhr

Aus Nor­we­gen, den USA und Frank­reich sind Kin­der und Enkel*innen von ehe­ma­li­gen Inhaf­tier­ten der KZ-Außenstelle Wall­dorf zu Gast der Margit-Horváth-Stiftung und der Stadt Mörfelden-Walldorf — in Koope­ra­tion mit der Stadt Frank­furt und der Fra­port AG.

Gemein­sam wer­den wir durch meh­rere Dia­loge der Frage nach­ge­hen, ob und gege­be­nen­falls wie die KZ-Haft der Mut­ter bzw. Groß­mut­ter die Fami­li­en­bio­gra­phie bis heute prägt.

Wir freuen uns, dass diese Ver­an­stal­tung von Emil Man­gels­dorff ein­ge­lei­tet wird, ein Frank­fur­ter Jaz­zer schon wäh­rend der NS-Zeit — damals ver­folgt und heute all­seits beliebt und gefei­ert, quasi eine Ver­kör­pe­rung des “ande­ren Deutschland.”

Außer­dem wer­den Ober­stu­fen­schü­le­rin­nen des Frank­fur­ter Goethe-Gymnasiums ein­zelne klas­si­sche Stü­cke (Cello und Geige) spielen.

Alle sind hierzu herz­lich eingeladen.

Es ist eine outdoor-Veranstaltung — bei schlech­tem Wet­ter not­falls mit Zelten.

Es gel­ten die 3G-Regelen.

Die Woche der Meinungsfreiheit 3. — 10. Mai 2021 — Wir sind dabei!

Das Logo des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels für ihre Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen — dies sind z. B. Amnesty Inter­na­tio­nal, Bil­dungs­stätte Anne Frank, Ein­tracht Frank­furt, Frank­fur­ter Buch­messe, Repor­ter ohne Gren­zen, PEN-Zentrum Deutsch­land und auch die Margit-Horváth-Stiftung u.v.a.m.

Täg­li­che Porträts”

Mei­nungs­frei­heit ist ein Men­schen­recht. Doch ver­mehrt wer­den Men­schen, die ihre Mei­nung äußern, bedroht und ange­grif­fen. Um für diese Ent­wick­lung ein grö­ße­res Bewusst­sein zu schaf­fen, initi­ierte der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels 2021 erst­mals die Woche der Mei­nungs­frei­heit statt.

Die Margit-Horváth-Stiftung betei­ligt sich daran mit täg­li­chen Por­träts von Auto­rin­nen und Auto­ren, die wegen Ein­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit in ihren Län­dern bedroht und ver­folgt wur­den. Das Datum ist nicht zufäl­lig gewählt: Die Aktion star­tet am Inter­na­tio­na­len Tag der Pres­se­frei­heit (3. Mai) und endet am Tag der Bücher­ver­bren­nung in Deutsch­land am 10. Mai. Bun­des­weit fin­den in die­ser Woche zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen, Aktio­nen und Kam­pa­gnen statt.

Wir began­nen am 3. Mai mit einem Bei­trag über den tür­ki­schen Jour­na­lis­ten Can Dündar, der wegen eines Arti­kels über ille­gale Waf­fen­lie­fe­run­gen von Prä­si­dent Erdo­gan an isla­mis­ti­sche Rebel­len­grup­pen in Syrien poli­tisch ver­folgt wird und des­we­gen seit 2016 in Deutsch­land lebt. Im Okto­ber 2021 wird er Gast der Margit-Horváth-Stiftung sein.

Im fol­gen­den Bei­trag schrie­ben wir über die deutsch-türkische, kur­di­sche Jour­na­lis­tin Meşale Tolu, die im April 2017 in Istan­bul ver­haf­tet wurde. Was man ihr kon­kret vor­warf, wurde zum Teil noch nicht ein­mal ihren Anwäl­ten mit­ge­teilt, da die Akte einen „Geheim­hal­tungs­be­fehl“ enthielt.

Das fol­gende Por­trät über die ira­ni­sche Juris­tin und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin Sedig­heh Vas­maghi schil­dert eine Frau, die — wohl wis­send, dass eine Gefäng­nis­strafe auf sie war­tet — in ihr Hei­mat­land zurück­kehrt. “Ich möchte frei leben — und sei es in einer Gefäng­nis­zelle. Die hohen Mau­ern und die Eisen­stan­gen eines Gefäng­nis­ses wer­den mich nicht klein­krie­gen.

Thaung si. ein Land­wirt­schafts­leh­rer im Nor­den von Myan­mar. Er gehört zur Gruppe der Lisu, einer christ­li­chen Minderheit.

Zwei Bei­träge zu den Phil­ip­pi­nen und Myan­mar zeig­ten die Betrof­fen­heit einer brei­ten Bevöl­ke­rung, in der schon jedes im All­tag gespro­chene Wort und jedes Ver­hal­ten zur Gefahr wer­den kann. Die Angst davor, dass Pri­vat­ge­sprä­che abge­hört wer­den, die all­täg­li­che Erfah­rung, dass eine Sol­dat neben einem Leh­rer steht, um dafür zu sor­gen, dass kein “fal­sches” Wort gespro­chen wird … Sol­che Bei­spiele stan­den in die­sen Bei­trä­gen im Fokus — jeweils ein­ge­bet­tet in die all­ge­meine Lage der Unter­drü­ckung der Mei­nungs­frei­heit in die­sen Län­dern. Vor allem in Myan­mar ist diese Situa­tion der­zeit beson­ders gefährlich.

Selbst­zen­sur, chi­ne­sisch “Zìwǒ shěn­chá”, ist, was sich viele Inter­net­platt­for­men in China selbst auf­er­le­gen — aus Angst, dass sie die meist vagen Vor­ga­ben der Regie­rung nicht einhalten.

In einem Bei­trag über die aktu­elle Situa­tion in China wird beschrie­ben, wie die Mei­nungs­frei­heit durch die Kon­trolle des Inter­nets in den letz­ten Jah­ren in ekla­tan­ten Schrit­ten wei­ter ein­ge­schränkt wurde — kon­kret: durch den Zwang, sich mit dem eige­nen Namen regis­trie­ren zu müs­sen oder dadurch, dass die Anbie­ter der Inter­net­platt­for­men nun für die Inhalte ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Gefähr­det sind die Autor*innen von Inter­net­bei­trä­gen nicht nur wegen ihres kri­ti­schen Inhalts; ein wei­te­res, nicht uner­heb­li­ches Kri­te­rium ist auch die Häu­fig­keit, mit der sie auf­ge­ru­fen wer­den. D.h. je mehr Zustim­mung eine for­mu­lierte Kri­tik fin­det, desto schnel­ler und hef­ti­ger rea­giert der Staat.

Mit drei per­sön­li­chen State­ments zur aktu­el­len deut­schen Debatte zur Mei­nungs­frei­heit in Zei­ten von Corona und Quer­den­ker­be­we­gung rich­ten wir den Blick auf das eigene Land.

“Die Welt­bühne” (März 1929) hrsg. von Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky. .

Am 10. Mai, dem letz­ten Tag der “Woche der Mei­nungs­frei­heit” brach­ten wir einen Bei­trag zur aktu­el­len Situa­tion in Bela­rus am Bei­spiel von drei Jour­na­lis­tin­nen, die ver­folgt bzw. im Straf­la­ger sind weil sie über Demons­tra­tio­nen berichteten.

Zudem nah­men wir an die­sem Tag mit Zita­ten von Erich Käs­t­ner und Oskar Maria Graf auf die Bücher­ver­bren­nung Bezug, die in allen grö­ße­ren Städ­ten vor 88 Jah­ren stattfand.

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Kurt Tuchols­kys Name stand bereits auf der ers­ten Aus­bür­ge­rungs­liste der NS-Regierung vom August 1933. Carl von Ossietzky wurde schon Ende Februar 1933 ver­haf­tet und starb 1938 an den Fol­gen der KZ-Haft. 1936 bekam er den Friedensnobelpreis.

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Alle Bei­träge sind wei­ter­hin auf unse­rer Home­page ver­füg­bar unter den Links zu den ent­spre­chen­den Themen.

Online-Gespräch mit jungen Frankfurtern: Antisemitismus auf dem Fußballplatz, in der Schule und bei der Gedenkstätte

Die Jungs der U 13 Mann­schaft des jüdi­schen Sport­ver­ein Mak­kabi Frank­furt beim Training.

Anti­se­mi­tis­mus fin­det nicht ein­fach „irgendwo“ statt, son­dern mit­ten in unse­rer Gesell­schaft. Anti­se­mi­tisch begrün­de­tes Mob­bing gehört zum All­tag in Frank­fur­ter Schu­len und auf Fuß­ball­plät­zen. Es ist wich­tig dies öffent­lich zu benen­nen. Aber es ist auch an der Zeit, dage­gen gezielt Hand­lungs­stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, aktiv und krea­tiv zu sein in dem Augen­blick, in dem dies passiert.

Frank­fur­ter Jugend­li­che berich­ten von ein­zel­nen kon­kre­ten For­men der Dis­kri­mi­nie­rung und wie sie rea­gier­ten. Ver­bun­den wird dies mit kur­zen Inter­views mit Ver­tre­tern des jüd. Sport­ver­bands Mak­kabi Deutsch­land und des jüd. Muse­ums Frankfurt.

Gesprächs­part­ner sind:

  • Finn Löff­ler, ehem. Schulsprecher
  • Klaus Holl, ehem. Schuldirektor
  • Man­fred Levy, jüd. Museum Frankfurt
  • Jugend­fuß­ball­spie­ler des Frank­fur­ter jüd. Sport­ver­eins Makkabi
  • Luis Engel­hardt, Lei­ter des Fuß­ball­pro­jek­tes „Kein Platz für Antisemitismus“

Mode­ra­tion: Roberto Fabian (jüd. VHS) und Cor­ne­lia Rüh­lig (Stiftung)


Diens­tag, den 23. Februar 2021, 15:00 – 16:30

Eine gemein­same Ver­an­stal­tung der jüdi­schen Volks­hoch­schule Frank­furt und der Margit-Horváth-Stiftung.

Das Gespräch ist nun auch bei youtube ein­ge­stellt und damit jeder­zeit verfügbar.