![]() Dominik (22, Germany) ist Berufssoldat. |
Dominik schreibt: Montag, der 3. August: Am Montag bin ich wie jeden Morgen gegen 8.00 Uhr aufgestanden. Nach dem Frühstück haben sich alle auf die Abfahrt vorbereitet. Montag war für alle ein besonderer Tag, da sich der Hessische Rundfunk mit einem Team an der "Baustelle" angemeldet hatte. Als wir an der KZ Auβenstelle ankamen, haben wir alle Werkzeuge und Schubkarren aus dem Bauwagen ausgeräumt und mit der Arbeit begonnen. Gegen 11.00 Uhr war das Fernsehteam dann da. Sie hatten von vorneherein um ein Interview mit Kevin, dem Enkel einer der Überlebenden des KZs, gebeten. Er wurde einige Male beim Arbeiten in Groβaufnahmen gefilmt: wie er schaufelt, wie er die Schubkarre ausleeren geht usw. Auβerdem wurde Claudia, sie war Teilnehmerin beim ersten Camp in Mörfelden-Walldorf, Cornelia und letztendlich auch ich interviewt - was mich sehr überrascht hat. Ich war gar nicht darauf vorbereitet. Als das Team dann weg war, haben wir - wie jeden Tag - bis ca. 15.00 Uhr weiter gearbeitet, dann wieder alle Werkzeuge verstaut und uns mit unseren Fahrrädern wieder auf den Heimweg gemacht. Bis 20.00 Uhr war Freizeit angesagt, dann kamen Aleks und Jossy, zwei von den "Jungs", die das Lager in Walldorf entdeckt haben. Sie haben uns die Geschichte ihrer Entdeckung von damals erzählt. Sie haben uns berichtet, wie lange es wirklich gedauert hat, bis sie schlussendlich von einem Fotografen der "stars and stripes" mit ihren Köpfen in ein Loch schauend fotografiert wurden. Auβerdem haben sie uns von ihren Protesten gegen die Firma Züblin, Reisen nach Israel und Ungarn und die Standpunkte der Stadt Mörfelden-Walldorf erzählt. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges waren beide Gemeinden noch getrennt und die Bevölkerung hat die Nazis unterschiedlich unterstützt. Vor allem Karen hatte sehr viele Fragen an die Beiden. Danach haben einige, darunter auch ich, den Abend in der Küche ausklingen lassen... |